Cremelinser sind ein Gebäck, das in Dänemark wirklich jeder kennt. Meistens werden sie nur kurz Linser genannt. Was sich dahinter verbirgt? Es sind kleine Puddingtörtchen mit Pudding, die einen Deckel haben. Ein bisschen erinnern sie an Mini-Custard-Pies. Zubereitet werden sie aus einem einfachen Mürbeteig und einem selbstgekochten Vanillepudding. Manchmal wird noch eine dünne Schicht Marmelade eingearbeitet. Das Schöne ist, dass man die Zutaten für diese kleinen Törtchen sowieso meist im Haus hat und dass sie schnell gemacht sind.

Wann das erste Cremelinser Rezept entstanden ist, konnte mir niemand so genau sagen. Aber sie scheinen Anfang des letzten Jahrhunderts in dänischen Kochbüchern aufgetaucht zu sein. Linser sind kein Festtagsgebäck! Sie gehören zu den Alltagsrezepten und man kauft sie als süßen Snack für zwischendurch in Bäckereien oder isst sie im Café und zur Tasse Kaffee zu Hause. Aber es gibt sie auch häufig auf Familienfeiern. Bei uns zu Hause gibt es sie auch als Dessert nach dem Sonntagsessen. Das ist für meine Familie Hygge pur.
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Cremelinser Rezept
Ihr findet auf herzelieb noch mehr Kuchen Rezepte! Schaut euch auch die Citronsnegle aus Dänemark, dänische Franske Vafler oder die Drømmekage Muffins an.
Zutaten für die Cremelinser aus Dänemark
Für die Vanillecreme braucht ihr
2 Eigelb
40 Gramm Zucker
1 Prise Liebe,
2 Teelöffel Vanillezucker (siehe unten)
20 Gramm Maisstärke
200 Milliliter Milch
1 Klacks Butter
Für den Mürbeteig braucht ihr
300 Gramm Mehl
200 Gramm kalte Butter
100 Gramm Puderzucker
2,5 Gramm Salz
1 Ei
Außerdem eventuell
etwas Marmelade
Zubereitung
Die Vanillecreme für die Cremelinser
- Zuerst die Hälfte der Milch in einen Topf gießen.
- Dann die Eigelbe, den Zucker, den Vanillezucker und die Maisstärke dazugeben und alles gut verrühren.
- Danach die restliche Milch einrühren.
- Auf mittlerer Stufe und unter ständigem Rühren den Topfinhalt zum Kochen bringen.
- Wenn die Masse eingedickt ist, den Klacks Butter unterrühren. Ein Klacks ist ein gut voller Teelöffel in diesem Fall.
- Anschließend den Pudding in eine andere Schüssel umfüllen, mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken (damit sich keine Haut bildet) und zum Abkühlen zur Seite stellen.
Der Mürbeteig für die Cremelinser
- Aus Mehl, Butter, Puderzucker, Salz und Ei kurz und knackig einen Mürbeteig herstellen und darauf achten, dass der Teig nicht warm wird (ich verwende dafür einen Teigmischer, aber es geht auch noch schneller mit dem Thermi (siehe unten)).
- Anschließend den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
- In der Zwischenzeit ein 12er Muffinblech (siehe unten) vorbereiten: Dazu die Mulden mit Trennspray (siehe unten) einsprühen oder einfetten.
- Nach der Kühlzeit den Mürbeteig mit einer Teigrolle (siehe unten) etwa 0,4 Zentimeter dick ausrollen.
- 12 Teigkreise mit einem Durchmesser von 7 Zentimetern ausstechen (wenn die Muffinförmchen einen Boden-Durchmesser von 5 Zentimetern haben) und auf den Boden der Mulden legen.
- Den Teig am Rand etwas festdrücken.
- Auf jeden Boden einen Teelöffel Marmelade verstreichen, wenn man das mag.
- Anschließend die Vanillecreme gleichmäßig auf die Cremelinser verteilen. Nicht komplett füllen, sonst quillt die Füllung heraus. Ich mache das immer mit einem Einweg-Spritzbeutel (siehe unten).
- Den restlichen Mürbeteig ausrollen und zwölf weitere Kreise für den Deckel der Cremelinser ausstechen.
- Die Teigdeckel auflegen und am Rand fest mit dem Teig vom Boden verbinden.
- Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.
- Dann das Muffinblech in die untere mittlere Schiene schieben und die Cremelinser 15 Minuten backen, bis sie goldgelb sind.
Ich lasse die kleinen Törtchen 15 Minuten in der Form abkühlen. Dann lege ich ein Brett obendrauf, drehe es herum, und meistens gleiten die Cremelinser dann von selbst aus der Muffinform. Auf ein Backgitter (siehe unten) legen und vollkommen auskühlen lassen. Ansonsten am Rand leicht mit einem Messer lösen.
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Tipps für die dänischen Cremelinser
Ich verwende für die Linser Weizenmehl Typ 550 oder Typ 405. Wenn ich weiß, dass jemand auf Weizen verzichten muss, backe ich diese kleinen Cremetörtchen mit Dinkelmehl Typ 630. Ich friere das Mehl übrigens ein, damit der Mürbeteig kalt bleibt. Keine Sorge, er wird nicht fest.
Den Mürbeteig für die Cremelinser kann man auch superschnell in wenigen Sekunden im Thermi zubereiten. Einfach alle Zutaten einfüllen (die Butter in kleinen Würfeln) und dann wenige Sekunden auf hoher Stufe das Gerät einschalten. Eventuell wiederholen. Ich schüttele das Gerät dabei. Wenn der Topfinhalt krümelig ist, nehme ich ihn heraus, fülle ihn in einen Gefrierbeutel und drücke ihn zu einer geschmeidigen Kugel zurecht.
Den Teig und die Creme bereite ich am Abend vorher schon zu. Das spart dann Zeit am Backtag.
Ich habe selten Puddingpulver im Haus, weil man Vanillepudding super selbst machen kann. Wer die Cremelinser aber unbedingt damit zubereiten will, kann das gern tun. Menge so wie im Rezept für Maisstärke angegeben.
Achtung! Wer die Puddingfüllung so wie ich macht, muss damit rechnen, dass der Topfinhalt beim Aufkochen zunächst krisselig ist und klumpig aussieht. Einfach entspannt bleiben, auf dem Herd lassen und permanent weiterrühren. Der Vanillepudding wird dann schön cremig. Das Wichtigste ist, dass die Creme nicht auf höchster Stufe zum Kochen gebracht wird.
Ich verwende am liebsten Himbeermarmelade, aber genauso gut schmecken Cremelinser mit Erdbeer-, Johannisbeer- oder Kirschmarmelade. Auch Hagebuttenmarmelade, Zitronen oder Orangenmarmelade sind perfekt dafür! Macht das einfach nach eurem Geschmack.
Statt der Marmelade kann man auch eine dünne Scheibe Marzipan auf den Boden legen. Das schmeckt göttlich!
Das Salz solltet ihr auf keinen Fall beim Mürbeteig Rezept weglassen. In Dänemark wird mit gesalzener Butter gebacken. Wenn die Cremelinser typisch dänisch schmecken sollen, ist die Menge so berechnet, als würdet ihr gesalzene Butter aus Dänemark verwenden.
Die fertigen Linser bewahre ich gut verpackt im Kühlschrank auf. Sie sind dann bis zu 4 Tage haltbar. Und selbstverständlich kann man sie auch einfrieren, aber ich rate unbedingt, sie innerhalb von drei Monaten zu verbrauchen.

Mit Linser ist übrigens nicht die Hülsenfrucht gemeint, der Name für die Cremelinser ist wohl eher von der Form abgeleitet. Aber auch das ist mal wieder nur eine Vermutung.
Wenn ihr noch Fragen zu meinem Cremelinser Rezept oder Fehler gefunden haben, schreibt mir doch bitte einen Kommentar. Hier auf dem Blog sehe ich es am schnellsten und ihr bekommt so schnell ich kann, eine Antwort und Fehler korrigiere ich normalerweise immer sofort.
Lasst euch diese kleinen Mürbeteigplätzchen gut schmecken. Sie sind wirklich nicht schwer nachzumachen, auch wenn das Rezept umfangreich ausschaut. Beim zweiten Backen geht euch alles ganz einfach von der Hand.
Guten Appetit und alles Liebe,
miho







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