Kohl aus Dithmarschen – regionale Herzensangelegenheit

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Dieser Beitrag ist in Kooperation mit der Firma Rewe entstanden. Der Artikel enthält Werbung!

Stellt euch vor, ihr würdet vor einem Fenster stehen, auf dem der Reif leicht angefroren ist und ihr wollt unbedingt wissen, was sich dahinter verbirgt. Neugierig wie ein kleines Kind haucht ihr gegen das Fenster und dann zieht ihr den Ärmel eures Pullovers länger, um mit dem Stoff die Scheibe ein wenig abzuwischen. Ihr legt beide Hände gegen die Scheibe und presst das Gesicht dagegen, um besser sehen zu können. Dass eure Nasenspitze das kalte Glas berührt, stört euch überhaupt nicht – denn ihr entdeckt etwas ganz Wunderbares! Kennt ihr das Gefühl?

So habe ich mich gefühlt, als ich vor einiger Zeit Bauer Witt in Dithmarschen besuchte. Auf seinem Hof produziert er Kohl für die Marke Rewe Regional. Ich hatte erwartet ein fast schon industrielles Unternehmen mit vielen automatisierten Abläufen und Menschen zu besichtigen. Steril! Unpersönlich! Kalt!
Warum ich so überrascht war und ich mit einem warmen Herzen, einem guten Gefühl und tausend Gedanken im Kopf heimgefahren bin, das möchte ich euch gerne erzählen!


Die Haustüre auf dem gepflegten Bauernhof wird mir von einem modernen, freundlichen Landwirt geöffnet. Dahinter blinzelte mich ein kleines Mädchen an. Die zwei putzigen Zöpfchen auf dem Kopf wippten,  als sie kess in ihrer bunten Pippi Langstrumpf Schürze hinter ihrem Papi hervorwackelte und mich mit großen blauen Kulleraugen anstrahlte. Da stand ich nun in der heimeligen Diele, die mich sehr an Skandinavien erinnerte und ich fühlte mich wie im idyllischen Bullerbü. Frau Witt, die Bäuerin entspricht so gar nicht dem Bild, dass man von der Frau eines Landwirts hat. Statt einer Frau, die in Kittelschürze und mit Dutt in der Küche werkelt, begrüßt mich eine junge, attraktive Frau, die mir sofort einen Kaffee anbietet – ich war verzaubert!

Als Herr Witt herrlich unkompliziert und humorvoll über seine Arbeit erzählt, komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Er liebt seine Arbeit, das merkt man deutlich! Auf dem Ackerbau-Mischbetrieb, der seit 1912 in Familienbesitz ist, wird noch überwiegend auf Handarbeit und traditionelle Landwirtschaft gesetzt. Mir wird klar, dass ich mit völlig falschen Erwartungen zu diesem Termin gefahren bin.

Der Hof der Familie Witt ist ein echter Familienbetrieb. Die Mutter und der Vater des Landwirtes helfen regelmäßig auf dem Hof. Nur zur Erntezeit beschäftigt der Landwirt 6 zusätzliche Erntehelfer, die seit vielen Jahren als Unterstützung aus Polen anreisen. Der gute Umgang mit seinem Personal ist hier noch sehr wichtig. Vier Mahlzeiten – wie in alten Zeiten – bereitet die Bäuerin täglich für die Mitarbeiter zu. „Es ist ein Glück, gutes und erfahrenes Personal zu haben…“, meint Herr Witt, der nicht ohne Stolz über das eingespielte Team berichtet. „Meine Leute arbeiten hart. Für uns ist es selbstverständlich, dass sie gut versorgt, untergebracht und bezahlt werden.“ Der fast schon herzliche Umgang auf dem Feld lässt da keine Zweifel offen.

Angebaut werden auf den insgesamt 58 Hektar großen Ackerflächen Weißkohl, Rotkohl, Möhren, Weizen und Zuckerrüben. Ein Drittel der Kohlernte gelangt in den Einzelhandel und wird auch als Rewe Regional Produkt verkauft. Die Ernte, die ab September eingefahren wird, wird in den Kühlhäusern auf dem Hof eingelagert, bis sie vom Handel bis Mitte Juni abgerufen wird.



Bauer Witt ist Nachhaltigkeit und Transparenz sehr wichtig. Oberste Priorität hat für den Landwirt die Fruchtfolge. Das bedeutet, dass er auf einem Feld nur alle 3-4 Jahre Kohl anbaut, um den Boden gesund zu erhalten. So werden Wurzelkrankheiten verhindert und die Pflanzengesundheit gefördert. Letztendlich wird natürlich auch der Ertrag durch diese Maßnahmen gesteigert, aber auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und künstlichen Düngern wird so minimiert.

Mich interessiert natürlich brennend, warum gerade das weite, flache Dithmarscher Marschland so fantastisch für den Kohlanbau ist. Mir wird erklärt, dass der Boden durch die Nähe zum Meer reich an Nährstoffen ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Boden sehr schwer ist und Wasser gut speichert. Für den Kohlanbau wird sehr viel Wasser gebraucht, denn nur dann entwickeln sich die Kohlköpfe gut und gleichmäßig. Ein Wassermangel würde die Pflanze im Wachstum hemmen.

Der Hof der Familie ist QS-zertifiziert – ein immenser Verwaltungsaufwand, der aber den Vorteil hat, dass der Produzent jederzeit in der Lage ist, u.a. nachzuweisen woher das Saatgut stammt, wann gepflanzt, wie gelagert, welche Pflanzenschutzmittel und welcher Dünger verwendet wurde. Gedüngt wird nach der Maxime so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ganz ohne Dünger geht es natürlich nicht! aber der erfahrene Landwirt erkennt, was seinen Pflanzen fehlt. Dennoch verlässt sich Herr Witt nicht auf seine Erfahrung allein – er zieht regelmäßig Bodenproben und lässt den Boden zusätzlich auf Nitrat untersuchen. Eine gute Versorgung der Pflanzen wirkt sich auch auf die Lagerstabilität aus.

Mir stand der Mund offen, als Herr Witt erzählte, mit wieviel Handarbeit der Kohl gehegt und gepflegt wird. Natürlich kann man Herbizide zur Unkrautvernichtung spritzen. Auf dem Hof der Familie wird das Unkraut zuerst mit einem speziellen Gerät, das am Traktor angehängt wird, in 6 Reihen gleichzeitig entfernt. Die meiste Zeit nimmt aber das wiederkehrende Hacken von Hand in Anspruch. Bauer Witt sieht da eindeutige Vorteile – er hat seine Kultur im Blick.  So sieht er, ob es einen Insektenbefall gibt, er kann reagieren, wenn es Probleme im Wachstum gibt und erkennt Wurzelprobleme rechtzeitig. Und ganz nebenbei kann so an Pflanzenschutzmitteln gespart werden.

Kohl darf keine Stoßstellen bekommen, denn an diesen Stellen würde er faulen. So stehe ich staunend am Erntewagen und beobachte, wie der Kohl schon beim Schneiden einer Sichtkontrolle unterzogen wird. Routiniert und sehr liebevoll wird jeder Kohlkopf vorsichtig in die großen Kisten gelegt. Kein einziger Kohlkopf wird geworfen! Auch der Transport ins Kühlhaus erfolgt nahezu erschütterungsfrei.

Auf dem platten Land ticken die Uhren noch ein wenig anders als in der großen Stadt. In der Nachbarschaft des Wittschen Hofes sind natürlich noch andere Bauernhöfe zu finden. Hier hilft man sich gegenseitig. Während der Ernte bleiben sehr viele der äußeren Kohlblätter auf dem Feld liegen. Sobald die Kohlköpfe geerntet sind, treibt ein Schafhirte sein Vieh auf den Acker, die diese Reste fressen. Diese Tiere hinterlassen natürlich auch Dung an Ort und Stelle, so dass eine natürliche Düngung stattfindet.

In der Nachbearbeitung werden die Kohlköpfe handelsfertig gepackt. Bei dieser Arbeit fallen wieder Kohlblätter an, die optisch nicht so ansprechend sind. Diese Blätter werden, wenn sie noch frisch und knackig sind, an einen benachbarten Milchviehbetrieb als Futter abgegeben. Spannend finde ich, das diese Kohlfütterung die Milchleistung der Kühe steigert. Im Gegenzug bekommt Herr Witt den Mist der Kühe. Ein organischer Dünger fürs Feld, der genau dann ausgebracht wird, wenn er gebraucht wird. Der Kohl wird im Mai gepflanzt, der Mist dafür im März gestreut – das nennt man kulturgesteuertes Düngen. Diese organische Düngeform sorgt für Nährstoffvielfalt, für mehr Bodenleben und gleichmäßiges Wachstum der Kohlpflanzen. Ein kleiner Mikrokosmos auf dem Land, der noch heute funktioniert.

Übrigens wird Kohl am besten frostfrei bei konstanten Temperaturen nahe 0 Grad gelagert. Ein Kohlkopf, der Frost bekommen hat, fängt von innen an zu faulen, erklärt mir Herr Witt.  Ich bin mir sicher, dass jeder einzelne Kohlkopf liebevoll behandelt wird, solange der Landwirt ihn in seiner Obhut hat.

Mein Besuch hat mir eindrucksvoll bestätigt, dass die Firma Rewe mit ihrer Marke Rewe Regional auf dem richtigen Kurs ist. Die Kohlköpfe, die in den Märkten unter dieser Marke verkauft werden, stehen denen aus einem Hofladen in Nichts nach. Das Konzept der Marke Rewe Regional sichert tatsächlich Arbeitsplätze und schützt unsere Kulturlandschaft. Für mich ist das ein unglaublich gutes Gefühl.

Wer einmal im wunderschönen Schleswig-Holstein im September zu Gast ist, sollte sich die Dithmarscher Kohltage nicht entgehen lassen! Natürlich könnt ihr in den vielen Hofläden euren Kohl mit nach Hause nehmen, aber das ist gar nicht nötig – ihr bekommt auch ganz wundervolle Ware in eurem Markt vor Ort!

Den Kopf voller Gedanken, das Herz ganz warm und dankbar – so fühlt es sich an, wenn man so positiv überrascht wird!

Alles Liebe
miho

Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation mit der Firma Rewe. Auch als Rewe Regional Botschafterin leiste ich mir den Luxus einer eigenen Meinung!

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