Malakofftorte – Viktoria von Viktoria’s [Kitchen] Secrets

Auch heute möchte ich euch einen tollen Blog vorstellen: Viktoria’s [Kitchen] Secrets. Viktoria hat eine Malakofftorte mitgebracht! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich noch nie zuvor davon gehört habe. Wenn ich das Rezept lese und die Bilder sehe, steht aber fest, dass ich sie nachbacken werde. Es klingt einfach so verführerisch! Viktoria, lieben Dank für diesen tollen Gastbeitrag! Die Geschichte um die Malakofftorte ist so allerliebst, dass ich euch nicht länger auf die Folter spannen möchte. Lest selbst, hier kommt Viktoria mit ihrer großartigen Malakofftorte:


Hallo, ihr Lieben!

Ich bin Viktoria und schreibe seit einem Jahr auf Viktoria’s [Kitchen] Secrets und schreibe dort über die süßen Seiten des Lebens. Ich habe immer irgendwelche Ideen und meist zu wenig Zeit und deshalb eine ewig lange Back-to-do-Liste, aber mit dem heutigen Beitrag kann ich eines davon streichen…

Als Miho bei Über’n Tellerrand dazu aufgerufen hat Gastbeiträge zum Thema „Kindheitserinnerungen“ zu schreiben, wusste ich sofort, dass ich eine Malakofftorte machen werde. Früher hat meine Oma immer an Geburtstagen eine gemacht (mit der Extraportion Rum, wie ich noch lernen sollte) und als Kind durfte ich aber nie davon essen. Lange habe ich nicht verstanden warum das so ist und auf die Frage „Oma, warum darf ich kein Stück haben?“ bekam ich bestenfalls die Antwort „Kind, das schmeckt dir nicht!“. Das war natürlich alles andere als befriedigend und so bohrte ich weiter. Wann ich denn ein Stück haben darf, fragte ich meine Oma. Die Antwort war ebenso ernüchternd „Wenn du achtzehn bist, Kind!“ – toll, zum damaligen Zeitpunkt dauerte das für mich noch ewig! Statt Malakofftorte bekam ich immer einen Marmorkuchen. Nicht, dass was gegen Marmorkuchen hätte, ganz und gar nicht. Aber erklärt ihr mal einem Kind, es sich mit einem optisch langweiligen Marmorkuchen zufriedengeben muss, während alle anderen sich über das Kunstwerk aneinandergereihter Löffelbisquits stürzen dürfen – diese Diskussion geht nicht so gut aus, ich spreche da aus leidlicher Erfahrung.

Das muss ja eine ganz tolle Torte sein, wenn sich jeder immer ein extragoßes Stück nimmt und Kinder sie nicht essen dürfen. Ich habe sie mit den Augen verschlungen. Das Wasser lief mir beim Anblick regelrecht im Mund zusammen. Irgendwie musste ich mir ein Stück besorgen, koste es was es wolle. Und so saß ich jedes Mal auf der Lauer, die Malakofftorte immer im Blick. Mein Objekt der Begierde würde wohl schon irgendwann mal unbeaufsichtigt auf dem Tisch stehen und dann konnte ich endlich zum Angriff übergehen! Zwar dauerte es einige Geburtstage, aber irgendwann war es so weit!

Warum plötzlich alle den Raum verlassen haben, weiß ich nicht mehr. Aber ich habe, ehrlich gesagt, auch nicht zugehört, denn ich konzentrierte mich ja nur auf die Torte. Ich schnappte mir die nächstbeste Gabel, die herumlag, stach damit ein großzügiges Stück von der übrigen Torte ab und stopfte mir alles auf einmal in den Mund. Tja, das hätte ich mal lieber nicht machen sollen, denn sofort spuckte ich alles wieder aus. Puh, da war so viel Rum drin, diesen Bissen konnte ich unmöglich schlucken. Es kam wies kommen musste, es spazierte just in dem Moment meine Oma wieder ins Wohnzimmer rein und wusste natürlich sofort was passiert war. Sie begann zu lachen und meinte bloß ganz trocken „Ich hab‘ dir ja gesagt, die schmeckt dir nicht!“.

Meine Neugierde hatte ich nun gestillt, die Operation „Malakofftorte kosten“ war mehr oder weniger erfolgreich abgeschlossen und von da an freute ich mich immer über einen Marmorkuchen… Es mussten 15 Jahre ins Land ziehen, um mich von meinem traumatischen Erlebnis zu befreien und heute – nochmal ein paar Jahre später – liebe ich Malakofftorte wirklich sehr… sofern sie nicht im Rum ertränkt ist!

Das Rezept für die Malakofftorte

(Springform mit 20cm Durchmesser)

Für den Bisquitboden:
– 2 Eier
– 40 g Puderzucker
– 40 g Mehl
– 1 Prise Salz

Für die Creme:
– 150 ml Milch
– 2 cl Rum
– 100 g Puderzucker
– 1 Vanilleschote
– 1 Prise Salz
– 1 Eiweiß
– 2 Eigelb
– 250 ml Sahne
– 3 Blätter Gelatine

Außerdem:
– Zum Tränken Milch und Rum im Mischungsverhältnis 2:1
– etwa 200g Löffelbisquit
– etwas weiße Kuvertüre zum Verzieren
– Krokant nach Wahl zum Verzieren
– 125 ml Sahne zum Einstreichen und Verzieren

Zunächst den Boden backen. Dafür eine Springform mit 20cm Durchmesser einfetten und bemehlen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Eier trennen und das Eiweiß mit dem Salz steif schlagen. Eigelb und Zucker hellschaumig schlagen, anschließend das Mehl und am Schluss den Eischnee unterheben.

Die Masse in die Form füllen, glattstreichen und etwa 12 Minuten hell backen. Stäbchenprobe nicht vergessen, um zu prüfen, ob der Boden fertig gebacken ist!

Nach der Backzeit vollständig auskühlen lassen.

Für die Creme ein Wasserbad vorbereiten. Darin die Milch mit dem Rum und 80 g vom Zucker unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker gelöst hat. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Das Vanillemark in die warme Milch geben.

Anschließend die beiden Eigelb zu der warmen Milch geben und gut verrühren. Dabei darauf achten, dass die Milch nicht zu heiß wird, da das Eigelb sonst ausflockt!
Unter ständigem Rühren die Masse weiter erhitzen, bis sie leicht eindickt.

Nun die Gelatine ausdrücken und in der warmen Milch- Eiermischung auflösen und dabei ständig weiterrühren! Sobald sich die Gelatine aufgelöst hat, kann die Schüssel aus dem Wasserbad genommen werden. In ein kaltes Wasserbad setzen und abkühlen lassen, dabei gelegentlich umrühren.

Eiweiß mit dem restlichen Zucker (20g) und Sahne getrennt voneinander steif schlagen.

Nun unter die abgekühlte Milchmischung zunächst vorsichtig die Sahne heben, danach vorsichtig das Eiweiß unterheben.

Für die Fertigstellung der Malakofftorte einen Tortenring um den Bisquitboden legen und etwa 1/3 der Creme darauf verstreichen. Milch und Rum (ich habe etwa 100 ml milch und 50 ml Rum genommen) mischen und die Löffelbisquit darin kurz tunken – wirklich nur kurz und nicht darin ertränken, da sie sonst zu sehr aufweichen!

Die getunkten Löffelbisquit so dicht wie möglich aneinanderlegen und leicht andrücken, die Zwischenräume so gut wie möglich ausfüllen – evt. ein paar Löffelbisquit vorsichtig in die entsprechende Form schneiden.

Danach wieder etwa 1/3 der Creme darauf verstreichen, nochmal eine Lage Läffelbisquit tunken und so dicht wie möglich aneinanderreihen. Die zweite Schicht mit dem übrigen Drittel bedecken und möglichst glattstreichen.

Nun die Torte abgedeckt am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Die übrigen Löffelbisquits können zum Verzieren genommen werden. Dafür 6 Löffelbisquits SEHR schräg halbieren, so bekommen sie eine Tropfenform. Alufolie oder Backpapier bereit legen. Die Kuvertüre im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen. Die halbierten Löffelbisquits nun in die Kuvertüre tauchen, überschüssige Kuvertüre abrinnen lassen und auf ein Stück Alufolie oder Backpapier legen zum Trocknen.

Nachdem die Torte fest geworden ist, den Tortenring vorsichtig abnehmen. Sahne steif schlagen und die Torte am Rand dünn damit bestreichen, danach mit Krokant (Haselnuss, Mandel,…) bestreuen.

Übrige Sahne in einen Spritzbeutel füllen und 12 Tupfen aufdressieren. Die Löffelbisquithälften nun blumenförmig auflegen mit dem spitzen Ende zur Mitte – so kann die Malakofftorte beim Schneiden später leicht portioniert werden.

Es ist übrigens sehr ratsam die Torte gleich auf der vorgesehenen Platte herrichten, da es später sehr schwierig wird sie umzusetzen – die Angelegenheit ist nicht nur sehr wackelig und umständlich, sondern kostet auch wahnsinnig viele Nerven.

Ich bin ganz gespannt darauf, diese Malakofftorte zu backen. Ich bin mir fast sicher, dass es sie zu meinem Geburtstag geben wird. Liebe Viktoria, ich danke dir sehr für dieses Rezept und für die tollen Bilder.  Ich werde ganz sicher noch oft auf deinem Blog stöbern gehen, denn die ein oder andere Verführung habe ich schon entdeckt!

Ich wünsche allen Lesern ein tolles Osterfest und alles Liebe!
miho

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

15 Kommentare

  1. Liebe Michaela!

    Es war mir eine große Freude bei dir zu Gast zu sein!

    Malakofftorte ist bei uns in Wien eine Spezialität, ich bin quasi damit groß geworden (auch, wenn ich sie lange selbst nicht essen durfte *lach*) und die bekommst du in jedem guten Kaffeehaus.

    Bei dieser Torte ist das Rumaroma allerdings nur sehr dezent… möchtest du es etwas kräftiger haben, dann mische die Milch und den Rum zum Tunken für die Löffelbisquits 1:1…
    Hm, jetzt fällt mir ein… das hätte ich im Beitrag noch extra erwähnen können… Tja, zu spät :D

    Liebe Grüße
    Viktoria

    • Liebe Viktoria, ich find den Beitrag supergut und Du hast es jetzt selbst ergänzt ;)
      Ich freu mich riesig darüber, dass ich dich als Gast begrüßen durfte.
      Fühl Dich gedrückt!
      miho

    • Hallo Johanna,
      Das Kompliment geht an Viktoria von Viktorias Kitchen Secrets. Ich denke, sie freut sich riesig drüber
      Lieber Gruß
      miho

  2. Die Torte war gestern ein voller Erfolg! Sie ist so luftig, dass mir meine Tante gar nicht glauben wollte, wie viel Sahne da drin ist. Da ich nur eine Springform mit 26 cm hatte, habe ich das Rezept umgerechnet. Leider hatte ich zur Deko dann keine Löffelbisquits mehr.
    Die Sahne zum einstreichen habe ich mit Sahnecemepulver von Hobbybäcker vermischt, damit auch schön alles stabil bleibt. Mit dem Tränken der Bisquits habe ich es etwas zu gut gemeint – es hat ordentlich nach Rum geschmeckt, zwar nicht schlecht, aber hätte ein bisschen weniger sein könne. Ausserdem hat die Torte dadurch nach dem Nachmittag (es war nicht warm) Wasser gezogen.
    Vielen Dank für das tolle Rezept!

    • Hallo Eva-Maria,
      ich freu mich riesig, dass Deine Torte ein voller Erfolg war!
      Alles Liebe
      miho

  3. Das Rezept klingt super. Allerdings hätte ich mich auch über ein Foto mit dem Tortenanschnitt gefreut das man das Kunstwerk auch mal geschichtet gesehen hätte.
    Da werde ich das Rezept wohl selbst nachbacken müssen.

    Danke für die Inspiration.

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