Schmalz Rezept – der Brotaufstrich aus der Nostalgieküche!

Schmalz selber machen – dafür braucht es eigentlich kein Rezept, eher eine Anleitung, aber dazu kommen wir später. Dieses Fett ist ein klein wenig aus der Mode gekommen, dabei ist es so vielseitig einsetzbar. Aber ein einfaches Schmalzbrot, wie aus längst vergangenen Zeiten, ist für mich aber immer ein absoluter Genuss! Wusstet ihr, dass es Schmalz in vielen Familien hier im äußersten Norden oft zum Kaffeklatsch – und zwar nach der Torte und vor dem ersten Schnaps –  gibt? 


Der ein oder andere kennt sicher Griebenschmalz oder die Variante mit Apfel und Zwiebel, aber es gibt unendlich viele Möglichkeiten wie man einen leckeren Brotaufstrich mit diesem Fett selber herstellen kann. Ich habe eine leckere Kombination mit Steckrübe und Räucherspeck gemacht. Herrlich zu einem rustikalen Schwarzbrot – mit Salz einfach himmlisch! Ihr wollt es auch einmal probieren? Kein Problem, ich habe euch das Rezept mitgebracht:


Das Rezept für Steckrüben-Räucherspeck-Schmalz

Auf herzelieb gibt es noch mehr Brotaufstrich Rezepte! Als Brot empfehle ich dir mein superschnelles 90 Minuten Dinkelbrot! Schau dir aber auch die traditionellen Kekse des Nordens an – die Schmalznüsse und die dänischen Schweineschwarten-Chips an.

Zutaten für das Schmalz

  • 350g Flomen
  • 200 g Steckrübe
  • 2 große Portionen Liebe
  • 70 g durchwachsenen Speck
  • 1/2 Teel. Salz
  • 1/2 Teel. Pfeffer
  • 2 Prisen Zucker

Schmalz – die Zubereitung

Flomen ist das Bauchfett, dass sich zwischen Rippen und Organen befindet. Es enthält sehr viel weniger Bindgewebe als Speck und Drüsen, die für das Aroma bei Schmalz verantwortlich sind. Es muss unbedingt frisch verarbeitet werden, da es sonst einen Beigeschmack, bekommt. (Diese wichtigen Auführungen stammen von meinem Leser Jim – siehe Kommentare)

Den Flomen landet zunächst einmal in der Pfanne. Unter ständigem und liebevollem Rühren so lange garen, bis das Fett austritt und flüssig wird. Dieses flüssige Fett wird zwischendurch immer wieder vorsichtig durch ein Sieb  in eine Porzellanschüssel abgegossen und zur Seite gestellt. Durch das regelmäßige Abgießen erhält man ein schön helles Schmalz, da es nicht durch lange Erhitzung zusammen mit den festen Bestandteilen in der Pfanne bräunen kann.

Zum Schluss befinden sich dann die Grieben in der Pfanne, welche dann bei großer Hitze knusprig gebraten werden. Die knusprigen Grieben lässt man in einer separaten Schüssel abkühlen. (Sie werden für das Steckrüben-Speck-Schmalz nicht gebraucht.)
Für ein normales Griebenschmalz, lässt man das Schmalz abkühlen. Dann rührt man es ca. 1 Minute mit dem Handmixer auf, damit es schön cremig wird und fügt zuerst Salz und Pfeffer und dann die (kalten) Grieben ganz zum Schluss wieder dazu. In Nordfriesland gehören auch noch Röstzwiebeln ins Griebenschmalz.

Weiter geht es mit dem Rezept für das Steckrüben-Räucherspeck-Schmalz:

Die Steckrübe und der durchwachsene Speck werden in sehr feine Würfel geschnitten. Zuerst werden die Speckwürfel in einem Topf mit einem Teelöffel Schmalz kurz und knackig angebraten. Die Speckwürfel wieder aus dem Topf entfernen, zur Seite stellen und abkühlen lassen. Ein weiterer Teelöffel Fett wird in den Topf gegeben, darin werden die die Steckrübenwürfel kurz angedünstet. 2 Prisen Zucker und den Rest Schmalz hinzufügen, dann kann man die Steckrübe unter gelegentlichem Rühren und bei kleiner Hitze in ca. 20 Minuten weich garen.

Das Schmalz erneut in eine Porzellanschüssel umfüllen und abkühlen lassen. Das fast vollständig erkaltete Schmalz mit einem Handmixer ca. eine Minute durchmixen und ganz zum Schluss die Mini-Speckwürfelchen unterheben. So wird das Schmalz besonders fluffig.


Warum man für ein einfaches Schmalz eigentlich kein Rezept braucht? Weil es so einfach herzustellen ist! Wer sich jetzt Gedanken darum macht, mit wieviel Kalorien so ein Schmalzbrot zu Buche schlägt, den möchte ich einfach nur leise zuflüstern „Solange man es nicht übertreibt, ist doch alles im grünen Bereich. Und wer fragt nach Kalorien, wenn es einfach nur herzhaft gut schmeckt?“

Das Rüben-Räucherspeck-Schmalz sollte immer gut abgedeckt werden und kühl gelagert werden. Es ist im Kühlschrank ca. 2 Wochen haltbar.
Ein einfaches Schmalz oder Griebenschmalz ist wesentlich länger haltbar – bis zu 6 Wochen hat es bei mir schon gehalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann es portionsweise einfrieren, aber bitte innerhalb von 6 Monaten verbrauchen.

Lasst es euch gut gehen und alles Liebe!
miho

 

 

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

13 Kommentare

  1. Mhmm, ich liebe Griebenschmalz!! Und ich kann mich erinnern, dass es bei uns zu Hause selber gemacht wurde! Ist nur schon lange her. Toller Blog, übrigens. :-) Werd mich gleich mal als Leserin bei dir eintragen!!
    Ganz liebe Grüße an dich
    Rosalie

    • Liebe Rosalie,
      Danke für die lieben Komplimente! Schön, dass du meinen Blog so gerne liest, ich hoffe ich lese von dir noch oft hier auf herzelieb.
      Wie schön, dass du Griebenschmalz genauso liebst, wie ich.
      Alles Liebe
      miho

  2. Miho….

    da lacht mein Herz auf. Was gibt es schöneres – 1Scheibe frisches Brot, Schmalz und ein bisschen Salz…. Mehr braucht man nicht zum Glück….

    LG

  3. Mecklenburger Ananas im Schmalz. Auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Danke für das Rezept.

  4. kleine berichtigung
    Flomen ist kein Speck, sondern das Bauchfett, das sich zwischen den rippen und den innereien befindet.

      • freut mich. vielleicht noch was fachliches dazu. flomen hat wesentlich weniger bindegewebe als speck. Lässt sich so viel besser auslassen.auch enthält flomen drüsen, die erst das „Aroma“ vom schmalz bewirkt. Darum muß der flomen frisch verarbeitet werden „schlachtfrisch“. einige tage alt bekommt es einen unangenehmen Beigeschmack. vielleicht kannst diese info den Schmalzliebhabern weitergeben. Jim (Metzgermeister A.D.)

  5. Ersteinmal vielen Dank für das Schmalzrezept.
    Ich hätte da noch eine Anmerkung bzw. einen Verbesserungsvorschlag.
    Du schreibst, die Grieben sollen bei großer Hitze knusprig gebraten werden.
    Das habe ich beim ersten Mal Schmalz herstellen auch gemacht.

    Effekt: Die kleinen Scheisserchen springen wie Popcorn durch die Küche.

    Heute habe ich die Grieben dann einfach auf kleiner Flamme gebraten. Und siehe da: nix springt da mehr. Dauert natürlich deutlich länger als bei Vollgas. Aber ich bin beim
    Kochen ja nicht auf der Flucht.

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