Wir grillen das ganze Jahr, und wenn mich eines ärgert, dann ist es, wenn das Brot dafür gekauft wird. Meistens bringt ein Familienmitglied von unterwegs ein Ciabatta mit. Das schmeckt natürlich gut und es geht flott, aber hohe Backkunst ist das nicht. Bei diesem Pantoffelbrot Rezept ist das ähnlich: Es ist unglaublich einfach zu backen und schmeckt sehr viel besser, denn im Gegensatz zu den meisten gekauften Broten dieser Art, die man für wenig Geld kaufen kann, geht es 12-18 Stunden. Klar, dass man dafür weniger Hefe braucht, als ich in den meisten Ciabattabroten aus dem Supermarkt vermute. Da Grillen bei uns keine spontane Sache ist, sondern regelmäßig 3-4 die Woche stattfindet, backe ich das Brot dafür gern selbst.

Mein Pantoffelbrot wird nicht großartig geknetet, die Zutaten werden alle so vermischt, dass alles in der Schüssel schön feucht ist. Dafür benutze ich nicht mal die Küchenmaschine, denn das kann man auch ganz locker mit dem dänischen Schneebesen oder einem Teigschaber machen. Außerdem wird es am Abend vorher angesetzt und darf dann stundenlang vor sich „hingehen“. Ganz normal bei Zimmertemperatur. Dabei entwickelt sich ein herrlich blasiger Teig und diese Blasen sind wirklich „heilig“. Aus diesem Grund behandele ich den Brotteig auch nach der Gehzeit äußerst vorsichtig: kein Kneten! Nur ein wenig falten, teilen und auf dem Backblech in Form stupsen.
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Pantoffelbrot Rezept
Ihr findet auf herzelieb noch mehr Brot Rezepte! Schaut euch auch den Handværkere aus Dänemark, das Schwarzbrot-Chips oder das Dinkel-Fladenbrötchen an.

Zutaten
Für das Pantoffelbrot Rezept braucht ihr
400 ml lauwarmes Wasser,
5 Gramm frische Hefe,
1 Prise Liebe,
500 Gramm Weizenmehl Typ 550,
11 Gramm Salz und
20 ml Olivenöl
Mehl zum Bestäuben
Zubereitung
Bei Fragen zur Haltbarkeit, zu den Zutaten, zur Verarbeitung und zum Abwandeln, schaut gern weiter unten in die Tipps. Dort habe ich viele Fragen, die mir oft gestellt werden, schon beantwortet.
- Zunächst alle Zutaten für das Pantoffelbrot abwiegen, abmessen und bereitstellen.
- Das Wasser in eine große Schüssel gießen und die Hefe darin auflösen.
- Anschließend das Mehl mit dem Salz mischen und zu dem Hefewasser geben.
- Das Öl hinzufügen und alle Zutaten nur so lange vermischen, bis alles feucht ist. Ich verwende dafür meinen dänischen Schneebesen (siehe unten) oder einen Teigschaber.
- Die Schüssel mit Frischhaltefolie oder einem Deckel abdecken und den Hefeteig für das Pantoffelbrot für 12-18 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.
- Die Arbeitsfläche großzügig mit Mehl bestreuen und den Teig vorsichtig darauf gleiten lassen. Bitte nicht kneten!
- Nun den Teig von allen vier Seiten sehr vorsichtig zur Mitte einschlagen (wie einen Briefumschlag). Ich achte darauf, dass ich nicht zu viel Mehl in das Innere des Teigs einarbeite.
- Danach den Teig mit einer Teigkarte (siehe unten) in zwei Hälften teilen und umsichtig zu einem länglichen Brot „stupsen“. Dabei achte ich darauf, dass es rundum mit Mehl bedeckt ist.
- Die Pantoffelbrote auf ein mit einer Backmatte belegtes Backblech legen, abdecken und nochmal 45-60 Minuten gehen lassen.
- Zum Ende der Gehzeit den Backofen auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und auf den Boden des Backofens ein backofengeeignetes Gefäß mit Wasser stellen.
- Die Brote abdecken und das Blech in den Ofen stellen.
- Die Backzeit beträgt etwa 20–25 Minuten. Die Pantoffelbrote sind fertig, wenn sie eine Kerntemperatur von 95 °C haben. Ich messe das mit einem Thermometer, (siehe unten) weil es für mich die sicherste Methode ist.
Auf einem Backgitter (siehe unten) auskühlen lassen. Wenn ich ein Brot möchte, das außen weich bleibt, wickele ich es zum Abkühlen in ein Geschirrtuch.
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Tipps für das Pantoffelbrot
Wie ich es am liebsten esse? Superkross getoastet (egal ob im oder auf dem Toaster oder in der Pfanne) mit einer dicken Schicht Tomaten und gehackten Zwiebeln sowie Salz und Pfeffer aus der Mühle. Alternativ bestreiche ich das krosse Brot auch gern mit einer nicht zu dünnen Schicht Knoblauchbutter.
Ich wälze die Brotteige ganz vorsichtig (damit die Luftblasen nicht zerstört werden) in Roggenmehl. Habe ich keines im Vorrat, dann verwende ich auch Weizenmehl oder Grieß.
Grundsätzlich backe ich dieses Brot mit Weizenmehl Typ 550. Aber auch ein Weizenmehl Typ 405 sollte funktionieren. Sollte ich noch Reste vom Typo 0 haben, verarbeite ich sie auch gern. Dinkelmehl kann weniger Wasser speichern. Deswegen verwende ich für Dinkelteige mit Mehl der Type 630 nur 340 bis 350 Milliliter Wasser.
Haltbar ist dieses Pantoffelbrot 2-3 Tage. Ich verpacke es am liebsten in einer Papiertüte und stelle es auf die Schnittfläche, damit es nicht austrocknet. Niemals landet es bei mir im Kühlschrank. Brot vom Vortag knuspern wir meistens auf unseren dänischem Flachtoaster auf. Ich friere die Brote auch gern halbiert ein, verbrauche sie aber spätestens innerhalb von 3 Monaten.
Wie kann ich das Pantoffelbrot abwandeln?
Auch, wenn wir dieses einfache Brot am liebsten pur essen und backen, wandele ich es hin und wieder auch mal ab. Sehr gern verwende ich kleingeschnittene Softtomaten, die nicht so hart sind, wie die vollständig getrocknete Variante (die man gern einweichen sollte, um sie im Pantoffelbrot zu verbacken).
Auch mit Kräutern schmeckt das Weißbrot klasse! Mein Favorit ist griechischer Oregano! Am liebsten verwende ich ihn frischgehackt. Aber auch getrocknet kann er verwendet werden. Wichtig finde ich nur, es nicht zu übertreiben, auch wenn das Kraut großartig ist. Eine Alternative wäre auch noch Thymian. Auch 1-2 Teelöffel Kümmel, Rosmarin, Koriander oder Fenchel bringen geschmacklich eine interessante Note ins Brot.
Sensationell schmeckt das Pantoffelbrot auch mit gehackten Walnüssen oder in Scheiben geschnittenen Oliven. Und mit 1-2 Teelöffeln Röstzwiebeln oder Knoblauchgranulat wird das Pantoffelbrot richtig schön rustikal. Natürlich kann man auch etwas (!) frischen, geriebenen Knoblauch verwenden.

Wie kommt das Brot zum Namen Pantoffelbrot?
Pantoffelbrot klingt ein bisschen merkwürdig. Aber die Übersetzung für das Wort Ciabatta lautet tatsächlich Hausschuh oder Pantoffel. Man sagt übrigens Ciabatta und nicht Ciabatta-Brot.
Den Namen hat das weiche Brot mit der groben Porung, weil es die breite, flache und längliche Form ohne aufgerissene Kruste hat, die an etwas ältere Hausschuhe oder Pantoffeln erinnert. Man munkelt, dass es dieses Brot noch gar nicht so lange geben soll und es erst in den 1980er-Jahren in Italien entstanden ist. Der Gedanke von dem Erfinder Arnaldo Cavallari soll gewesen sein, einen Gegenentwurf zum klassischen Baguette zu entwickeln. Und genauso wird es bei uns auch gegessen. Pantoffelbrot passt zu jeder Gelegenheit: pur, zum Dippen, zu Fleisch, Gemüse oder Suppe, und es schmeckt auch belegt als Stulle.
Für Ciabatta gibt es unzählige Rezepte mit Gehzeiten von bis zu 48 Stunden. Dieses Pantoffelbrot hat also eine vergleichsweise kurze Gehzeit.
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Solltet ihr noch Ideen zum Abwandeln haben: Immer her mit euren Ideen. Ich freue mich total, wenn ich davon erfahre! Ich habe schon oft Hinweise von Lesern erhalten, die Gold wert waren und mit denen meine Rezepte noch besser wurden.
Dieses Pantoffelbrot ist gar nicht schwer zu backen und die Zutaten hat fast jeder ohnehin im Haus. Legt los, traut euch und lasst das Brot im Supermarkt einfach mal links liegen.
Guten Appetit und alles Liebe,
miho







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