Bienenkaramell, schnelles Rezept für eine Honig-Nascherei

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In einer Imkerfamilie wie bei uns gibt’s natürlich auch Süßigkeiten aus Honig! Bienenkaramell wird auch oft Honeycomb, Schwammtoffee oder Bienenwabenkaramell genannt. Es ist in wenigen Minuten gemacht und hat ´ne poröse oder spröde Struktur, ich nenne das gern schwammartig-knusprig. Es wirkt fast wie ein Karamellgebäck, wird aber tatsächlich nur im Topf gekocht. 

Eine Tüte Honeycomb nach einem Bienenkaramell Rezept von herzelieb. Davor und dahinter liegen einige Stücke davon.

Für die schwammartige Struktur sorgt Natron, das in die heiße Honig-Zucker-Masse gerührt wird. Es reagiert mit der Hitze und der natürlichen Säure im Honig und sorgt dafür, dass der Topfinhalt schäumt und viele kleine Bläschen freigesetzt werden. Wenn die Masse abkühlt, sinkt sie zwar ein bisschen zusammen, aber grundsätzlich bleibt genug Luft im Bienenkaramell, dass es knusprig ist. Eine tolle Nascherei, die mal ganz was anderes ist und noch dazu schnell gemacht ist. 

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Bienenkaramell Rezept

Ihr findet auf herzelieb auch Likör Rezepte! Schaut euch aber auch mein Apfelkaramell, die weichen Caramel Toffees oder meine Käsekuchenkugeln mit weißer Schokolade an.

Eine Emailleschüssel mit Bienenkaramell nach einem Honeycomb Rezept von herzeliebZutaten 

Für das Bienenkaramell Rezept braucht ihr 
160 Gramm Honig, 
160 Gramm Wasser, 
400 Gramm Zucker, 
2 Gramm Salz, 
1 Prise Liebe und 

30 Gramm Speisenatron.

Zubereitung

Es gibt einiges zu beachten bei diesem Bienenkaramell Rezept, deswegen schaut bitte unbedingt weiter unten in die Tipps! Achtung!!! Das gekochte Bienenkaramell direkt aus dem Topf ist so heiß, dass starke Verbrennungen möglich sind.

  1. Zunächst alle Zutaten für die Süßigkeit abwiegen, abmessen und bereitstellen.
  2. Eine Backform mit Backpapier auslegen. Meine Form hat die Maße 32 x 26 Zentimeter und sie ist 8 Zentimeter hoch. Eine etwas größere Schale funktioniert auch.
  3. Die Backform an einen Ort stellen, an dem man die Masse für das Bienenkaramell gut einfüllen kann und die Form auf keinen Fall mehr bewegt werden muss. Bei Bewegung fällt es zusammen.
  4. Einen großen Topf bereitstellen. Wirklich groß! Die Masse schäumt stark. Mein Topf fasst 5 Liter.
  5. Anschließend den Honig, das Wasser, den Zucker und das Salz auf exakt 150 °C erhitzen. Ich messe die Temperatur mit einem Thermometer (siehe unten) – das geht nun mal nicht anders.
  6. Das Speisenatron komplett auf den Topfinhalt schütten, die Herdplatte ausschalten und das Natron kurz und zügig unterrühren (ich mache das mit meinem dänischen Schneebesen (siehe unten) und einem Holzlöffel). 
  7. Die schaumige Masse für das Bienenkaramell nicht zu lange rühren und sofort in die vorbereitete Form füllen.
  8. Nicht glattstreichen! Einfach stehen lassen, bis das Karamell vollständig abgekühlt ist. (Sobald das Karamell so eingesunken ist, dass der Rand frei ist, decke ich vorsichtig ein Stück Backpapier darüber, ohne das Honeycomb zu berühren.)

Das kalte Bienenkaramell aus der Form nehmen und mit einem Sägemesser in mundgerechte Stücke schneiden. Größere Stücke breche ich von Hand, damit sie schön unregelmäßig sind. Trocken aufbewahren, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, schmilzt es, denn Zucker ist hydrophil.

Honeycomb ist an der Oberfläche, unten und an den Seiten sehr klebrig und hat eine Plombenzieher-Konsistenz (bitte nur lutschen!). Ich ziehe diese „Haut“ meistens ab und schneide dann den schwammigen Teil in Stücke.

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Tipps für Bienenkaramell

Haltbar ist das Honeycomb bis zu 12 Monate. Grundvoraussetzung ist, dass es luftdicht und trocken verpackt wird. Ich streue auf den Boden einer luftdicht verschließbaren Dose rohen Reis, der dann Feuchtigkeit aufnehmen kann. Über dem Reis verteile ich dann Papier, auf das ich die Stücke lege.

Beim Schneiden des Karamells bitte die volle Schneidelänge des Messers wie eine Säge benutzen. Ansonsten wird es zu sehr zusammengedrückt oder bröselt komplett auseinander. Ich schneide es zuerst in 2-Finger-breite Streifen und dann arbeite ich mich weiter vor.

Das Speisenatron kann man in diesem Rezept nicht ersetzen. Nein, auch nicht mit Backpulver und schon gar nicht mit Hefe. Und ebenfalls nein: Den Zucker kann man auch nicht reduzieren. Zucker ist in diesem Fall nicht nur Süßstoff, sondern auch Rüststoff. Er wird für das Gerüst des Karamells gebraucht.

Welcher Honig für das Bienenkaramell?

Wir haben in unserer Imkerei flüssigen Blütenhonig und festen Rapshonig. Beide Sorten sind wunderbar geeignet, auch fester Honig wird beim Erhitzen flüssig. 

Grundsätzlich kann man Honeycomb mit jedem Honig machen. Imkerhonig ist natürlich immer hochwertiger. Die Honigsorte bestimmt den Geschmack: Mit einem Rapshonig wird der Geschmack lieblicher, ein Wald- oder Tannenhonig sorgt für ein herberes Aroma. Nehmt das, was ihr da habt!

Ist Bienenkaramell oder Honeycomb gesund?

Sagen wir es so: Honig ist letztlich auch nur Zucker. Dieses Karamell hat viele Kalorien, viel Zucker und keinen gesundheitlichen Nutzen. Sorry, dass ich so ehrlich bin! Aber es schmeckt fantastisch!

Frischer Honig enthält bioaktive Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe. Allerdings werden die meisten „guten“ Stoffe beim Erhitzen über 40 Grad zerstört. Aminosäuren und Enzyme sind in Eiweißverbindungen, die beim starken Erwärmen dahin sind oder inaktiviert werden (Fieber über 40 Grad ist auch schädlich für uns, wir bestehen zwar überwiegend aus Wasser, aber eben auch aus Proteinen).

Warum muss Bienenkaramell auf exakt 150 Grad erhitzt werden?

Bei rund 150 Grad ist der Zucker so weit eingekocht, dass das Karamell nach dem Abkühlen knusprig und hart wird. Diese Temperatur wird hard-crack-Bereich genannt. 

Warum rührt man Honeycomb nicht mit einem Plastiklöffel oder Teigschaber?

Ganz einfach: Das Bienenkaramell ist mit 150 Grad so heiß, dass Kunststoffe schmelzen. Ich empfehle ausschließlich ein Rührwerkzeug aus Metall der Holz. Die Form, in die die Honeycomb-Masse gefüllt wird, sollte aus Glas, Keramik oder Metall sein.

Auch die Arbeitsunterlage sollte feuerfest sein! Und natürlich solltet ihr auf keinen Fall den Löffel ablecken!

Kann man das Bienenkaramell noch aromatisieren?

Davon würde ich die Finger lassen, oder es, wenn es denn unbedingt sein muss, mit einer winzig kleinen Menge ausprobieren. 

Ich habe allerdings auch schon mal 5 Gramm Zucker mit Vanillezucker ersetzt. Muss auch nicht sein, der Effekt war quasi nicht vorhanden.

Wie bekommt man das Arbeitsmaterial wieder sauber?

Wenn von dem Bienenkaramell mal was daneben geht und die Form oder der Schneebesen und Kochlöffel aussehen, als würden sie nie wieder sauber werden. Keine Panik! Mit warmem Wasser geht das tippitoppi und superflotti weg. 

Emaille-Schüssel mit knusprigen Bienenkaramell nach einem Honeycomb Rezept von herzelieb. Im Hintergrund 2 Honiggläser

Wir naschen dieses Karamell gern, aber ich verwende es auch unglaublich gern, klein gekrümelt, über Desserts und Kuchen. Aber Vorsicht: Sobald es mit Flüssigkeit, Sahne oder Buttercreme in Berührung kommt, schmilzt es ziemlich flott. Der leckere Karamellgeschmack bleibt allerdings. 

Auf jeden Fall ist schon das Nachmachen ein echtes Abenteuer. Aber bitte die Kinder immer weit weg vom Ort des Geschehens halten bzw. besonders gut beaufsichtigen, damit sich niemand verbrennt. 

Gibt´s noch Fragen oder ist euch ein Fehler in meinem Beitrag aufgefallen? Dann schreibt mir bitte einen Kommentar unter diesen Beitrag. Ich bin immer dankbar, wenn mich jemand darauf aufmerksam macht, dass ich etwas übersehen habe oder etwas fehlerhaft ist. Aber immer schön nett bleiben!

Guten Appetit und alles Liebe,
miho

Buch herzelieb&hyggelig

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