Kartoffel-Rosenkohl-Eintopf mit Kassler

Hallo Herbst!
Du glaubst, dass es mich beeindruckt, wenn der Tag trübe und grau ist, die Herbststürme unsere heißgeliebte Nordsee aufwühlen und die Regentropfen gegen das Fenster peitschen? Glaubst du, es beeindruckt mich, wenn es abends wieder früher dunkel wird und es – wie wir hier an der Küste sagen – tüchtig frisch draußen ist?
Dann irrst du dich, mein Lieber! Ich liebe die warmen Farben des Herbstlaubes, satt orangefarbene Kürbisse, tiefbraune Kastanien, den wundervoll intensiven Duft goldgelber Quitten und den ersten Rosenkohl!
Nimm das, Herbst – meinen Kartoffel-Rosenkohl-Eintopf mit Kassler! Meine Geheimwaffe wärmt nicht nur die Finger, wenn ich meine Suppenschale in den Händen halte, sondern auch mein Herz!

Kartoffel-Rosenkohl-Eintopf mit Kassler ist genau das Richtige, wenn es mal schnell gehen muss! Leute, ich hab mich echt angestrengt, denn dieses Gericht gehört auch wieder in die Kategorie „aus dem Handgelenk gekocht“. Brav habe ich für das Rezept die Zutaten abgewogen und alles pingelig aufgeschrieben.

Für diesen Eintopf wird der Rosenkohl nicht in ganzen Röschen gekocht, das würde alles viel zu lange dauern! Es ist ein kleines bisschen Arbeit, die einzelnen Blättchen abzustreifen, aber mit der richtigen Technik und etwas Übung geht es mir mittlerweile recht flott von der Hand. In etwa 40 Minuten steht die Rosenkohlsuppe auf dem Tisch – schnell, einfach und ganz leicht.

Kartoffel-Rosenkohl-Eintopf mit Kassler


Zutaten

(Rezept für 4 Personen)
800 g festkochende Kartoffeln
200 g frischen Rosenkohl
200 g Kassler
1 große Zwiebel
2 Eßl. Butter
1 Prise Liebe
1 Liter Gemüsebrühe
1 Bund frische Petersilie
Salz und Pfeffer

Zubereitung

Kartoffeln kochen und in 5 cm große Würfel schneiden.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln und zusammen mit den Kartoffeln in der Butter ungefähr 5 Minuten anschwitzen, so dass beides nicht bräunt. Gemüsebrühe dazu gießen, aufkochen und alles zusammen 10 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen.
In der Zwischenzeit den Rosenkohl putzen, waschen, die Röschen in einzelne Blätter zerteilen und eine Minute in kochendem Wasser blanchieren. Kassler in sehr feine Streifen schneiden.
Die Rosenkohlblätter und die Kasslerstreifen in die Suppe geben und 5 Minuten kochen lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und die feingehackte Petersilie vor dem Servieren über das Gericht streuen.


Jetzt kann die Welt draußen sein, wie sie will! Dieser Kartoffel-Rosenkohl-Eintopf bringt ganz schnell ein wohliges Gefühl zurück. Der Eintopf schmeckt auch herrlich ohne Fleisch – ganz vegetarisch.

Rosenkohl kochen – Tipp

Wer Kohl und Rosenkohl nicht verträgt, sollte ihn einmal kurz aufkochen, das Kochwasser wegschütten und ihn dann erst vollständig kochen. So vermeidet man Bauchschmerzen. Nur am Anfang des Kochprozesses sollen sich die Stoffe entwickeln, die den Kohl für bestimmte Menschen unbekömmlich machen können. Ein alter Tipp unserer Oma, die übrigens auch einn halben Teelöffel Natron und einen Teelöffel Zucker in das Kochwasser des Rosenkohls gab.

Warum manche Menschen keinen Rosenkohl mögen

Die Abneigung gegenüber Rosenkohl bzw. den Bitterstoffen in diesem Gemüse ist im Grunde genommen ganz natürlich. Das spanische Forschungsinstitut CSIC soll herausgefunden haben, dass schon Neandertaler Rosenkohl nicht mochten. Das Institut soll im Erbgut der Urmenschen ein Gen gefunden haben, das dafür sorgt, dass der Bitterstoff Phenylthiocarbamid, der unter anderem im Rosenkohl zu finden ist, abgelehnt wird. Viele giftige Pflanzen schmecken bitter, die Abneigung gegen Bitterstoffe sichert(e) das Überleben – Rosenkohlabneigung ist also vermutlich genetisch bedingt.
Natürlich gab es aber auch schon bei den Neandertalern Vertreter, die Träger einer Genvariante waren, welche diesen Bitterstoff nicht wahrnehmen können. Ich als Rosenkohl-Lover gehöre wohl zu denjenigen, die dieser Bitterstoff nicht beeindruckt, denn ich mochte dieses Gemüse schon als Kind.
Seltsamerweise verliert sich die Abneigung gegen Rosenkohl oft im Laufe des Lebens. Wahrscheinlich hängt das mit der natürlichen Veränderung des Geschmacksinns und der Abnahme der Anzahl der Geschmacksnerven mit zunehmenden Alter zusammen. Ein Erwachsener hat im Vergleich zu einem Kind nur noch halb so viele, Senioren nur noch ein Viertel der ursprünglich vorhandenen Geschmacksensoren. Allerdings ist die Abnahme des Geschmacksinns keinen Normen unterworfen! Es kann also sein, dass man lebenslang einen großen Bogen um Rosenkohl macht und bis ins hohe Alter einfach gut schmecken kann.

Lasst es euch gut gehen und genießt den Herbst
Alles Liebe
miho

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Veröffentlicht von Michaela Hoechst-Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen.

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6 Kommentare

  1. Tolle Bilder, sieht sehr lecker aus. Leider wohnt ein Rosenkohlhasser in meinem Haus …

    Das mit dem Kochen aus dem Handgelenk und dann irgendwie für andere Nachvollziehbar machen kenne ich. Bei mir gibt es oft einen ganz ähnlichen Eintopf mit Spitzkohl oder Wrising. Bisher habe ich am Anfang durchwachsenen Speck dafür angebraten, werde die Kasslervariante gerne mal probieren.

    • Hallo liebe Ines,
      durchwachsener Speck ist mir oft zu heftig im Raucharoma, deswegen nehme ich gerne Kassler Nacken.
      Der ist milder und passt zu vielen Gerichten einfach besser, finde ich.
      Alles Liebe
      miho

  2. Ein toller, poetischer, leckerer und informativer Beitrag ♡
    Ich gehöre auch zu den Rosenkohlliebhabern und bekomme direkt Hunger, wenn ich deine köstlichen Bilder betrachte.
    Liebe Grüße
    Janke

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