Paella Rezept – spanische Hausmannkost mit Pfiff

Paella ist das spanische Nationalgericht – habe ich, wie viele andere, immer gedacht. Das ist aber scheinbar gar nicht so, denn Paella ist das „Nationalgericht“ der Provinz Valencia in Spanien. Wusstet ihr , dass es nicht DIE Paella gibt, sondern viele verschiedene Arten? Ich auch nicht! Für viele Menschen hier im Norden ist eine Paella eine Reispfanne mit Fisch, dem Risotto sehr ähnlich. Alles Unsinn! Paella kochen ist eine Wissenschaft für sich!

Während ein Risotto fast schon meditativ permanent gerührt wird, darf eine Paella nicht umgerührt werden, wenn der Reis in der Pfanne ist. Risotto-Reis ist nur eine Notlösung für dieses Gericht, er gibt im Gegensatz zum Risotto-Reis wesentlich mehr Stärke ab und macht die Gerichte sämig, genau das ist aber in einer Paella nicht gewünscht. Das wichtigste ist die Kruste, die sich am Pfannenboden bildet, während die Paella gart! Den Namen Paella verdient das Reisgericht auch nur, wenn sie in einer Paella-Pfanne, der Paellera, gekocht wird – am besten auch noch über offenem Feuer!


Je mehr ich über die Paella erfuhr desto größer wurde mein Respekt davor, mich an dieses Gericht zu trauen.  Zorra von kochtopf.me hat zu ihrem 107. Blog-Event mit dem Thema ¡Fiesta del arroz! aufgerufen und ich wollte unbedingt etwas beisteuern. In vielen Rezepten wird Tintenfisch verwendet. Recht untypisch in unserer Region und auf dem platten Land an der Nordseeküste schwer zu beschaffen. Ich habe mich für eine Reispfanne nach Paella-Art mit Flusskrebs-Fleisch, Miesmuscheln und Putenbrust entschieden. Weil ich ein kleines bisschen zu viel Gemüsebrühe verwendet habe, ist sie etwas zu sämig geworden. Daher habe ich für das Rezept die Flüssigkeitsmenge schon angepasst!

Rezept für eine Reispfanne nach Paella-Art

Zutaten für die Paella

2 Zwiebeln
1 rote Paprikaschote
3 Tomaten
2 Knoblauchzehen
250 g breite Bohnen
15-20 Miesmuscheln
6 Flusskrebse
400 g Putenbrust
3 Esslöffel Olivenöl
1 Teelöffel Paprikapulver
2 Zweige Thymian
200 ml Wein
Salz und Pfeffer zum Abschmecken
600 ml Gemüsebrühe
1 Döschen Safran
360 g Paella-Reis
100 g Erbsen
1 Prise Liebe*
2 Zweige Rosmarin

(Rezept für 4-6 Personen)

Vorbereitungen für die Paella

Zwiebeln schälen, Paprika, Knoblauch und Bohnen putzen und die Tomaten waschen. Die Bohnen in kleine Stücke schneiden, Zwiebel in sehr feine Würfel schneiden und den Knoblauch hacken. Das restliche Gemüse in etwas größere Würfel schneiden. Flusskrebse kochen und auslösen und die Miesmuscheln separat garen. Putenfleisch waschen, trocknen und in Scheiben schneiden. Das Flusskrebsfleisch, die Miesmuscheln und das Putenfleisch zur Seite stellen (wer keine Flusskrebse bekommen kann, ersetzt sie durch Garnelen).

Zubereitung der Paella

Olivenöl in der Pfanne erhitzen und das Putenfleisch von allen Seiten anbraten, dann aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Anschließend zuerst die Zwiebelwürfel und dann die Paprikawürfel anbraten, Paprikapulver darüber stäuben und kurz mit anrösten. Angebratene Zutaten mit dem Pfannenwender immer an den Rand der Pfanne schieben und in der Mitte die nächste Zutat zugeben.  In die Mitte die Tomaten-Würfel und den Knoblauch geben und kurz anschmoren. Bohnen dazu geben, alle Zutaten miteinander verrühren und 2-3 Minuten mitbraten.
Mit dem Wein ablöschen, Thymian dazu geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz aufkochen und abgedeckt 10 Minuten sanft köcheln lassen.

Gemüsebrühe dazugießen, Safran dazu geben und den Reis in die Pfanne streuen. Kurz gleichmässig verteilen. Deckel auf die Pfanne legen und 10 Minuten bei kleiner Hitze kochen lassen. Die letzten 10 Minuten wird die Paella ohne Deckel gegart. Dabei das Putenfleisch und die Rosmarinzweige auf die Paella legen. Zum Schluss alles mit den Erbsen bestreuen, Flusskrebsfleisch und die Miesmuscheln auflegen und mit aufgelegtem Deckel 5 Minuten ruhen lassen.

Die Paella darf während des Garvorgangs nicht gerührt werden, sonst bildet sich die heißbegehrte Kruste am Pfannenboden nicht!

Die Gesamtmenge Paella nach diesem Rezept enthält ca. 2718 Kalorien (kcal.), 57 g Fett, 342 g Kohlenhydrate und 164 g Protein.
Bei 4 Portionen ergibt das pro Portion etwa 680 Kalorien (kcal.), 14 g Fett, 86 g Kohlenhydrate und 41 g Protein.


Bei meinem Rezept handelt es sich nicht um eine traditionelle Paella. Am ehesten kann man sie mit der Touristen-Paella, der Paella de turistas, vergleichen. Eine Paella wird übrigens direkt aus der Pfanne gegessen und nicht auf Tellern serviert. Für mich ein Grund sie noch öfter zu kochen, denn ich liebe solche Gerichte, bei denen man gesellig zusammen sitzen kann. Eine Spanierin sagte mir, dass ein Paella so gut wie nie am Abend gegessen wird, weil sie nachts zu schwer im Magen liegen würde. Aus diesem Grund wird dieses traditionelle Gericht überwiegend in der Mittagszeit zubereitet.

Die flachen und preisgünstigen Paella-Pfannen gibt es nicht ohne Grund in vielen verschiedenen Größen, denn die Größe der Pfanne wird immer an die Menge angepasst. Der Durchmesser der Paella-Pfanne ist abhängig von der Anzahl der Portionen, die gekocht wird. So kann es sein, dass für ein großes Fest die Pfanne einen Durchmesser von mehreren Metern hat, für dieses Paella-Rezept sind aber 20 cm ausreichend.

Ich hatte nie zuvor Paella gekocht, aber sie ist hier so gut angekommen, dass ich mich entschlossen habe, weiter zu üben und sie noch oft zu kochen. Probiert es doch auch mal aus, es ist eine tolle Abwechslung!

Lasst es euch gut gehen und alles Liebe
miho

Blog-Event CVII – ¡Fiesta del arroz! (Einsendeschluss 15. April 2015)

*Wie jedes Gericht auf herzelieb, wird das Gericht mit Liebe gekocht!

 

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

5 Kommentare

  1. Guten Morgen,

    hmmm Meeresfrüchte sind ja schon lecker und Paella mag ich auch irre gerne, bis auf den Paprika – der stört mich irgendwie. Danke für das Rezept, habe sie immer fertig gekauft und klar, das kann man nicht vergleichen ;-)
    LG Tanja

    • Liebe Tanja,
      fertige Paella habe ich auch immer gern gegessen. Aber es geht wirklich sehr schnell!
      Lass die Paprika einfach weg. Paella kann man wirklich so kochen, wie man sie selbst gern mag.
      Alles Liebe
      miho

  2. Wow, deine erste Paella ist ja schon mal ein Volltreffer. Bin auf die folgenden gespannt! Du hast „Paella geleckt“. :-)

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