Semlor Rezept – Kuchen aus Schweden ganz einfach!

Semlor sind gefüllte, süße Brötchen aus Schweden. Ursprünglich wurden sie nur am Faschingsdienstag, also vor Beginn der Fastenzeit gebacken. Der Faschingsdienstag wird in Schweden als Fettisdagen (fet für Fett, tisdagen für Dienstag, also fetter Dienstag) bezeichnet.  So erklärt sich auch der andere Name der Semlor –  sie werden auch Fettisdagsbulle genannt. Vielleicht sind Semlor so reichhaltig, weil es früher vor dem Fasten die letzte Gelegenheit war, vor dem Fasten noch einmal tüchtig zu schlemmen?

Semlor die kleinen Hefebrötchen sind relativ einfach zuzubereiten. Nach dem Backen lässt man sie auskühlen. Dann wird das obere Drittel abgeschnitten und die Semla ausgehöhlt. Anschließend wird sie dünn mit einer Marzipan-Creme und dick mit Sahne gefüllt, bevor man den Deckel wieder aufsetzt und alles mit Puderzucker bestäubt. Sieht bemerkenswert hübsch aus und lässt sich super vorbereiten! 
So ein kleines bisschen erinnern mich Semlor immer an unsere Berliner, Krapfen oder Pfannkuchen. Aber Semlor, die früher auch hetvägg hießen, sind tatsächlich mit der norddeutschen Heißewecke vergleichbar. Ein Gebäck das eine sehr lange Tradition in Schleswig-Holstein hat. Heißewecken und Semlor wurden früher nämlich als einfache Hefebrötchen oder -fladen gebacken, die nicht gefüllt wurden. Erst viel später kam man auf die Idee, beide Gebäcke mit einer Füllung zu verfeinern. Es fasziniert mich wieder einmal, wie stark die Region nördlich des Nord-Ostsee-Kanals, in der ich lebe, durch Skandinavien geprägt ist.

Rezept für Semlor

Zutaten für die Semlor

Zutaten für die Brötchen
260 ml Milch
100 g Butter
1 Ei
175 g Zucker
500 g Weizenmehl
1 Päckchen Trockenhefe
1 Messerpitze Hirschhornsalz
2 Prisen Salz
1 Prise Liebe
1/2 Teel. Kardamom
Abrieb einer halben Zitrone

Zum Bestreichen der Brötchen
1 Ei
2 Esslöffel Milch

Zutaten für die Füllung
100 g Marzipanrohmasse
30-40 ml Milch
2 Becher Sahne

Zum Bestäuben
6 Esslöffel Puderzucker

Zubereitung der Semlor

Milch erhitzen und die Butter darin schmelzen lassen. Sobald das Milch-Butter-Gemisch lauwarm ist, das Ei und den Zucker unterrühren. Mehl, Hefe, Hirschhornsalz, Salz, Kardamom und den Zitronenabrieb vermischen und unter die anderen Zutaten kneten.
Mit einem feuchten Geschirrhandtuch abdecken und ca. 30 Minuten gehen lassen. Anschließend wird der Teig in 10 Stücke geteilt. Daraus kleine Brötchen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen.
Den Backofen auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und die Brötchen an einem warmen Ort (z.B. oben auf dem Herd, der gerade vorheizt) nochmal abgedeckt 20 Minuten gehen lassen.

Milch und Eier verquirlen und die Brötchen damit bestreichen, bevor sie in ca. 1o Minuten goldbraun gebacken werden. Auf einem Kuchengitter gut auskühlen lassen

Das obere Drittel der Semlor abschneiden und die Unterteile aushöhlen. Die Gebäckkrümel aus dem Innenteil werden für die Marzipancreme gebraucht.

Zubereitung der Füllung
Die Marzipanmasse grob raspeln, die Milch dazu geben und mit einem Teil der Semlor-Krümel zu einer Creme verarbeiten. Diese Marzipancreme wird in die Unterteile der Semlor gestrichen.
Die Sahne steif schlagen und mit einem Spritzbeutel großzügig in die Semlor füllen. Die Deckel auf die Semlor setzen, mit reichlich Puderzucker bestreuen und servieren.

Traditionell wurden Semlor früher in Schweden in einem tiefen Teller mit heißer Milch serviert, mittlerweile werden sie aber auch einfach aus der Hand gegessen. Zuerst nimmt man sich den Deckel vor. Man nimmt ihn von der Semla ab und schabt ein klein wenig der Sahne von der Haube, bevor man ihn vernascht. Der Rest der Semla wird dann aus der Hand gegessen. Wer es ein bisschen feiner mag, nimmt eine Kuchengabel zur Hand.

Heißt es denn nun Semla oder Semlor? Semla ist die Einzahl. Aber weil man meistens nicht nur eines dieser süßen Brötchen backt oder isst, ist die Mehrzahl (Semlor) gebräuchlicher.

Semlor sind sehr lecker, aber auch sehr mächtig. Sie waren das Lieblingsessen von König Adolf Fredrik von Schweden. Gerüchten zufolge soll er 1771 verstorben sein, nachdem er unter anderem 14 Semlor verdrückt hatte. Er gilt in Schweden als der König, der sich zu Tode gegessen hat.

Also, bleibt hübsch genügsam! Ich bin sicher, ihr werden nach 2 Semlor mehr als satt sein! Wer skandinavisches Gebäck liebt, der sollte sich auch einmal die Zimtschnecken anschauen – unfassbar gut!

Alles Liebe
miho

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

12 Kommentare

  1. Herregud! Die sehen sowas von fluffig-sahnig-cremig aus, das ist ja ganz schrecklich! Wie soll man denn da als normaler Mensch auch nicht 14 Stück von versuchen in den Mund zu stecken (gleichzeitig!?) Ein wunderbares Rezept (voller versauter Zutaten :D)!

  2. Hallo Miho :)
    Wow, echt interessante Fakten!
    Da bin ich ja gleich ein bisschen mehr gebildet ;) Ich finde es toll, wenn du uns darüber berichtest, was so alles hinter den Rezepten steckt :)
    Liebe Grüße, Ronja

  3. Gegen Ende meines Auslandsaufenthaltes in Schweden, es war irgendwann im Januar, haben sich alle Schweden tierisch auf Semlor gefreut und mich mit dieser Vorfreude regelrecht angesteckt. Die Semla (ich hab nur eine geschafft) fand ich echt lecker – aber wie alles in Schweden war mir das etwas zu süß.
    Zuhause backe ich die immer mit weniger Zucker, als im Rezept steht, dann ist der Zuckerschock nicht ganz so riesig. :D

  4. Vielen Dank für das tolle Rezept!

    Heute habe ich sie als Einstimmung auf unseren Schwedenurlaub glutenfrei nachgebacken.
    Mama, Papa und die vier Nordlandwichtel waren super begeistert!

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