Amerikaner – kleine Mini-Kuchen mit Nostalgie-Faktor

Amerikaner sind kleine Mini-Kuchen, die in meiner Jugend sogar in jeder Bäckerei verkauft wurden. Sie waren der Renner auf jedem Kindergeburtstag und wirklich jede Mutti hatte ihr eigenes, ganz spezielles Rezept. Dieses Gebäck war immer der Renner und ist heute ein Klassiker.


Heute sind diese kleinen Ufo-förmigen Gebäckstücke schon fast in Vergessenheit geraten und das finde ich sehr schade. Die Kuchen sind  nicht nur einfach und schnell zu backen! Man kann sie ganz nach Geschmack oder Motto verzieren und sie so zu einem Hingucker machen. Kein Wunder, dass sie als Partykuchen oder als „auf-die-Hand“-Gebäck für den Kindergarten oder das Schulfest so beliebt sind! Los geht es!

Amerikaner – Rezept für kleine Mini-Kuchen

Schau dir doch gern auch meine anderen Kuchenrezepte an. Sehr lecker sind auch die Waffeln to go oder die Apfel Handpies.

Zutaten für die Amerikaner

  • 100 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 2 Teelöffel Vanillezucker
  • 1 Prise Liebe
  • 250 g Mehl
  • 40 g Speisestärke
  • 3 Teelöffel Backpulver
  • 30 ml Milch
  • 200 g Puderzucker
  • etwas Wasser oder Zitronensaft
  • Streudekor, Streusel o.ä.

Zubereitung der Amerikaner

Zunächst die weiche Butter zusammen mit dem Zucker sehr cremig schlagen. Anschließend die Eier und das Salz dazu geben und unterrühren. 

Nun den Vanillezucker, das Mehl, die Speisestärke und das Backpulver vermischen und zu den anderen Zutaten geben. Die zimmerwarme Milch dazu gießen und alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verarbeiten.

Amerikaner backen 

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Mit leicht (!) feuchten Händen kleine Kugeln formen und mit etwas Abstand auf das Blech setzen. Die Teigkugeln flach drücken und dann jedes Blech für etwa 15 bis 20 Minuten in den Ofen schieben. Sobald die Gebäckstücke leicht am Rand bräunen, sind sie fertig.

Die Amerikaner gründlich auf einem Kuchenrost auskühlen lassen!

Der Zuckerguß und das Dekorieren der Amerikaner

Den Puderzucker in eine Schüssel geben und zunächst mit einem Esslöffel Wasser oder Zitronensaft verrühren. Sollte der Guss noch zu dick sein, solange winzige Mengen Flüssigkeit hinzufügen, bis er die richtige Konsistenz hat. 

Die Hälfte färbe ich meist mit Gelfarben ein. Jetzt die Amerikaner damit bestreichen, ganz kurz antrocknen lassen und dann sofort mit Streuseln oder anderer Streudeko bestreuen. Vollständig trocknen lassen! Fertig!

Tipps
  • Mit einem Teelöffel Kardamom bekommt das Gebäck eine skandinavische Note.
  • Für eine leicht rosa Touch den Zuckerguss mit Himbeersaft anrühren.
 
Warum heißt dieses Gebäck Amerikaner?

Es gibt verschiedene Erklärungen für die Herkunft des Namens:

  • Zum einen wird gemutmaßt, dass die Amerikaner zu Besatzungszeit ein Gebäck hatten, welches mit einem schwarz-weißen Zuckerguss überzogen wurde. Dieses Gebäck nannten sie Black and White Cookies. Da dieser Name schwierig für die Deutschen auszusprechen war, nannte man sie einfach Amerikaner.
  • Eine andere Vermutung ist, dass der Name sich von Ammoniumhydrogencarbonat  ableitet. Es ist in Hirschhornsalz enthalten und verleiht einem Gebäck einen ganz speziellen Geschmack. Sollte diese Vermutung richtig sein, haben die Ur-Amerikaner nicht viel mit dem heutigen Gebäck zu tun.
  • Vielleicht haben die Amerikaner in den 40er/50er Jahren in Deutschland auch einfach nur versucht einen Kuchen nach amerikanischer Art zu backen und dabei ist dann dieses Gebäck entstanden.
  • Zuletzt wird vermutet, dass die gewölbte Form an die Helme der amerikanischen Soldaten erinnerte und der Name daraus entstanden ist.

In der DDR soll es nicht schick gewesen sein, diese Mini-Kuchen Amerikaner zu nennen – sie wurden schlicht Ammonplätzchen genannt. Das spricht eigentlich für die Vermutung, dass der Name in Deutschland entstanden ist, weil es so schwer war „Ammoniumhydrogencarbonat“ auszusprechen. Schwierig. Niemand weiß genau, wie diese kleinen Kuchen zu ihrem Namen kamen. Man weiß es nicht! Meiner großen Liebe zu den Amerikanern tut das aber keinen Abbruch.

Habt viel Spaß beim Nachbacken. Lasst es euch gut schmecken und schwelgt ein wenig in Nostalgie!

Alles Liebe,
miho

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Veröffentlicht von Michaela Hoechst-Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen.

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10 Kommentare

  1. Als Kind mochte ich Amerikaner auch unheimlich gerne – sie sind einfach schön locker und dann der Guss… Warum sie so heißen hat mich auch interessiert, danke für die Zusammenstellung der Ideen, woher der Name kommen kann.

    Deine modernisierte Variante gefällt mir gut!

  2. Die gab es bei uns früher auch öfters. Ich habe sie geliebt, da ich den Zuckerguss so toll fand. Da wo ich aufgewachsen bin, wurden die auch immer Amerikaner genannt, trotz DDR. 😉

    Viele Grüße, nossy

  3. Liebe Michaela,

    ein kleiner Lapsus hat sich eingeschlichen. Es ist ganz klar, dass Sie Zitronensaft meinen und Puderzucker zweimal da steht. „Den Puderzucker in eine Schüssel geben und zunächst mit einem Esslöffel Wasser oder Puderzucker verrühren.“

    Ich mag Amerikaner auch sehr gerne. Bei uns im Süden gibt es doch viele Bäckereien, die dieses Gebäck anbieten. Man kann sie essen. Sie sind jedoch keiner weiteren Erwähnung wert und ich kaufe sie meist auch nur ein einziges Mal. Da ich seit vielen Monaten bewusster einkaufe, mag ich sie sowieso nicht mehr kaufen. Denn ich weiß nicht, wo die Eier her sind. Und ich kaufe nur noch Eier von frei laufenden Hühnern und seit ich weiß, dass es diese Bruderhahn-Initiative gibt, Eier vom Sandy-Huhn (allerdings kosten die 53 Cent. Aber egal. So viele Eier brauche ich ja nun auch wieder nicht.

    Viele Grüße

    Iris

    • Hallo Iris,
      danke für den Hinweis, ich werde das gleich ändern.

      Ich halte meine eigenen Hühner, die frei auf dem Grundstück laufen – so sind die Eier immer tippitoppi. Amerikaner werden hier in den Bäckereien kaum noch verkauft, deswegen backe ich die leckeren Gebäckstücke sowieso selber.

      Beste Grüße,
      miho

  4. Hallo Michaela,

    jetzt wo ich es wieder lese – ja, das ist sehr schön, eigene Hühner zu haben. Hatte ich hier schon mal gelesen, ich glaube, da ging es um die Verwendung von rohen Eiern. Egal. Welche Hühnerrasse haben Sie denn?

    Viele Grüße

    Iris

  5. Hallo Michaela,

    ich kenne nur diese Marans – die legen so schöne tief-schokobraune Eier.

    Viele Grüße

    Iris

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