Krabbensuppe Rezept – diese Suppe ist Hausmannskost aus der Küstenküche

Hier an der nordfriesischen Küste haben die Krabben viele Namen: Krabben, Granat oder Nordseekrabben. Die alten Nordfriesen und die Fischer sagen Porrn und die Dänen nennen sie Rejer. Verkauft werden die leckeren Meeresbewohner vom Kutter nur literweise – da wird nicht gewogen – da wird geschöpft.

Ich liebe Krabben! Aber es gibt im Hause herzelieb eine goldene Krabben-Regel: NUR selbstgepult. Niemals würde ich Krabbenfleisch kaufen!

Heute wird Krabbensuppe gekocht – keine Büsumer Krabbensuppe, keine Husumer Krabbensuppe. Einfach Krabbensuppe, so wie eine nordfriesische Hausfrau sie kocht und dazu wird ein Fond aus dem Krabbenschalen hergestellt. Klingt seltsam, oder? Keine Sorge, das Krabbenfleisch wird zum Schluss in die fertige Suppe gegeben.

Fertig mit Krabbenpulen? Hier kommt das Rezept:

Krabbensuppe – das Rezept von der Küste

Die Zutaten für die Krabbensuppe

ca. 2 Liter Krabbenschalen

1 Stange Lauch
2 Wurzeln (Karotten)
1/2 Knolle Sellerie
2 Liter Wasser
2 Hände voller Liebe
100 g Mehl
100 g Butter
2 Eßl. Tomatenmark
Salz, Pfeffer
200 ml trockener Weißwein
4 cl Cognac
200 ml Sahne
Saft einer halben Zitrone
300 g Krabbenfleisch
1 Glas Spargel

Nachdem du die Krabben liebevoll gepult hast, putzt du das Gemüse, schneidest in ca. 5 cm große Stücke und kochst alles zusammen mit 2 Litern Wasser auf. Nach 25 Minuten, gießt du alles durch ein Sieb ab und fängst die Flüssigkeit auf. Ich lege das Sieb dafür mit einem Küchentuch aus, damit ich einen wirklich klaren Fond bekomme. Die Krabbenschalen und das Gemüse werden nicht mehr gebraucht.

In einem großen Topf kannst du jetzt die Butter schmelzen und das Tomatenmark darin etwas rösten. Gib das Mehl hinzu und rühre alles glatt. Jetzt hast du den Grundstock für deine Suppe. Zieh den Topf kurz vom Herd und lösche alles mit dem Glas Wein ab. Jetzt fügst du eine Schöpfkelle von der Krabben-Kochflüssigkeit hinzu, rührst alles glatt und kochst alles auf. Diesen Vorgang wiederholst du so lange, bis deine Suppe die gewünschte Konsistenz hat. Zum Schluss verleihst du deiner Suppe mit dem Gläschen Cognac den gewissen Pfiff und schmeckst sie mit Salz und Pfeffer ab. Der Spargel wird in kleine Stücke geschnitten und in die Suppe gegeben.

Schlage die Sahne steif und hebe den Saft der halben Zitrone darunter. Sobald die Suppe im Teller ist, gibst du einen großzügigen Klacks davon in die Suppe. Verteile die Krabben auf der Sahne und der Suppe und lass´ es dir schmecken!

Nur selbstgepult ist die goldene Krabbenregel. Gekauftes Krabbenfleisch hat eine Weltreise hinter sich, denn sie werden u.a. in Marocco gepult. Alleine die Hin- und Rücktour wäre schon für mich eine Tortur. Außerdem werden für die „bessere Haltbarkeit“ diverse Zusätze verwendet. Geschmacklich sind Krabben frisch vom Kutter durch nichts zu übertreffen. Und ob es nun eine Büsumer Krabbensuppe oder eine Husumer Krabbensuppe ist, ist mir völlig egal. Sie schmeckt, das ist die Hauptsache!

Hast du schon einmal Krabbensuppe gegessen? Oder hast du vielleicht sogar ein eigenes Rezept? Dann bin ich schon jetzt gespannt auf deinen Kommentar!

Alles Liebe und hab´einen wundervollen Tag! Und wenn du noch mehr Krabben möchtest, hab ich da noch ein Rezept für Bandnudeln mit Spinat und Krabben für dich
miho

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

8 Kommentare

  1. mmmmhhhh liebe Miho,

    leider sind die Krabbenkutter soooo weit weg von uns. Das sieht so lecker aus, sicher ein richtiger Gaumenschmaus.

    Herzliche Grüße

    Kerstin

  2. Nordsee-Kindheits-Urlaubs-Erinnerungen-Fernweh-Blogpost. Hach! Danke für diese wunderschöne Krabbensuppe. Ich schmeck‘ sie richtig auf der Zunge. Wenn wir sie selbst gemacht haben (natürlich nur von fangfrischen Krabben, selbstgepult!), kam immer noch ein Schluck Sherry in die Suppe oder die Sahne. Aber Cognac hat ja den gleichen Effekt ;-) Es gibt aktuell in unserem Wiesbadener Supermarkt zwar Krabbensuppen vom „Ol‘ Commercial Romm“ in Hamburg – aber voller Glutamat & Aromen. Dann lieber auf den nächsten Nordseeurlaub hoffen und selber kochen…

    • Liebe Julia, vielleicht verschlägts dich ja mal an die Nordsee und dann kochst du dir eine tolle Krabbensuppe selbst – Ohne Glutamat und Aromen ;)
      Alles Liebe
      miho

  3. Oh, wie hätte ich jetzt lust darauf.. Ich glaub ich muss dich mal besuchen kommen. Hier kommt man so schwer an Krabben. Und dann auch noch mit Schale…
    Aber jetzt werden erstmal die Schmalzbällchen gebacken:)
    Liebe Grüße! Toni

  4. Pingback: Krabben, Spinat und Bandnudeln - Lecker! | herzeliebherzelieb

  5. Hallo Michi,
    ich bin erst heute auf Dein Rezept gestoßen und erlaube mir ein paar Anmerkungen.

    1) Nur selbst gepult geht, wie Du schon ausführlich geschrieben hast.
    2) Ich koche die Karkassen genau wie Du.
    3) Zum filtern reicht mir ein Sieb (ohne Küchentuch)
    4) nach dem Anschwitzen mit Mehl und Butter füge ich auch den Fond (aus 2 dazu)
    5) Zum Abschmecken füge ich neben Cognac noch Krabbenpaste dazu. Das kräftigt den Geschmack und es kommt etwas Salz in die Krabbensuppe; Die Suppe ist nun richtig kräftig (fast zu kräftig)

    6) Die gepulten Krabben esse ich lieber frisch auf Toastbrot, nicht in der Suppe
    7) In die nun so kräftige Suppe gebe ich nun tiefgefrohrenes Krabbenfleisch (aus Asien) dazu. Die schmecken nach nichts, nehmen aber aus der Suppe Salz und Geschmack an. Natürlich niemals kochen, nur ziehen lassen (ca 15 Min)
    8) Ganz wichtig für die frischen Krabben und die Suppe ist DILL. Gerne etwas mehr und wenn möglich frisch

    Leider müssen wir alle das Thema auf Eis legen weil die Krabben seit 2016 bis heute 2017 unbezahlbar sind (Kilo ungepult ca 20-40 €)
    Liebe Grüße aus Schleswig Holstein
    Werner Smidt

    • Hallo Werner,

      erstmal liebe Grüße von der Nordsee – ganz oben in Schleswig-Holstein.

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Hier bei uns würde man mich steinigen, wenn ich Krabbenfleisch aus Asien in die Suppe gebe. Wir essen es genau so und mit Dill in der Krabbensuppe würde ich hier an der Küste niemanden locken.

      Ich wünsch dir trotzdem guten Appetit mit deiner Suppe! Jeder Jeck isst anders – um es mal abgewandelt zu sagen ;)

      Alles Liebe,
      miho

      P.S. Wir kaufen trotz des hohen Preises Krabben am Kutter, weil sie einfach nicht zu ersetzen sind.

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