Futjes Rezept – traditionelle, nordfriesische Silvester Kuchen

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Futjes, Futsches, Futschen – so viele Namen für ein traditionelles nordfriesisches Gebäck und jede Familie hat ihr eigenes Rezept dafür, welches seit Generationen von der Mutter an die Tochter weiter gereicht wurde. Ich habe mein Rezept von meiner Schwiegermutter bekommen, die zu Silvester Unmengen der leckeren Bällchen buk.

Futjes sind den Berlinern ähnlich, aber in unserer Familie werden sie mit Hefe, Grieß und Rosinen zubereitet und frei in einem Topf im Fett gebacken, so wie es bei der armen Landbevölkerung üblich war. In einigen Regionen werden Pfannen mit runden Vertiefungen benutzt – für viele Familien sind das aber eher Förtchen oder Æbleskiver, die mit Backpulver gebacken werden. Diese Förtchen-Pfannen waren früher sehr teuer und es gab wichtiger Dinge, die gekauft werden mussten.. Krumm und schief müssen Futjes sein und am leckersten sind die „Beinchen“ – knusprige Ausläufer, die entstehen, wenn der Teig beim Einsetzen ins heiße Fett Fäden zieht.

Futjes – Rezept für den nordfriesischen Klassiker

Du findest auf herzelieb noch mehr Kuchen Rezepte. Schau dir doch auch mal meine Mutzenmandeln, die Berliner oder die Ofenberliner an.

Zutaten für die Futjes

  • 500 g Mehl
  • 10 Eier
  • 2 Teelöffel Kardamon
  • 2 Teelöffel Vanillezucker
  • 1 Liter Milch
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 2 Prisen Liebe
  • 1 Würfel Hefe
  • 1 Esslöffel Butter
  • 250 g Grieß
  • 200 g Rosinen

Zubereitung der Futjes

  1. Zunächst das Mehl mit dem Kardamom und dem Vanillezucker vermischen und ebenfalls zur Seite stellen.
  2. Die Eier in eine Schüssel aufschlagen und gut verrühren.
  3. Von der Milch vier Esslöffel abnehmen und in eine kleine Schüssel gießen. Den Zucker dazu geben, die Hefe hineinbröckeln und beide Zutaten darin auflösen. Zur Seite stellen.
  4. Die restliche Milch in einen großen Topf gießen. Dann ein Prise Salz und die Butter dazu geben und alles zum Kochen bringen.
  5. Unter ständigem Rühren den Grieß langsam einrieseln lassen und so lange weiter rühren, bis sich der Teig vom Boden löst. Nun den Brandteig in eine Schüssel umfüllen und die Eier sofort unterrühren. Alles kurz abkühlen lassen.
  6. Jetzt die Mehlmischung und die Rosinen darüber streuen und die angerührte Hefe dazu geben. Alles gut verrühren und etwa eine Stunde gehen lassen.
  7. In einem großen Topf oder in der Fritteuse das Fett auf etwa 180 Grad erhitzen.
  8. Mit Esslöffel den Futjes Teig portionsweise, am besten mit zwei Esslöffeln,  in das heiße Fett geben und ausbacken. Es sollte nicht zu viele Futjes im Fett schwimmen, weil es dann zu sehr abkühlt.

Die fertigen Futjes in Zucker wälzen und noch heiß servieren. In vielen Familien ist es zu Weihnachten üblich das Gebäck zu einer Zitronensuppe zu servieren. 

Tipps für die Futjes

  • Wenn du magst, kann du auch Zimt zu dem Zucker, in dem du Futjes wälzt, geben.
  • Mit einem kleinen Schuss Rum im Teig, bekommen die Futjes noch ein wenig mehr Pfiff.
  • Dieser Teig lässt sich auch wunderbar ohne Rosinen zubereiten, ich gebe dann Nüsse oder andere trocknete Früchte dazu.
  • Zuhause servieren wir die Futsches ohne sie in Zucker zu wälzen. Den Zucker gibt es extra dazu. Dann kann jeder entscheiden, wie süß er sein Gebäck möchte.
  • Wenn du Futjes mit Trockenhefe backen willst, koch die Milch mit dem Grieß und der Butter wie im Rezept auf. Rühre die Eier einzeln unter und mische das Mehl mit dem Kardamom, der Vanille und der Trockenhefe, bevor du die Mischung unterrührst.

Erzählungen rund um die Futjes

Ursprünglich wurde dieses Gebäck wohl nur zu Weihnachten gegessen, sie waren etwas ganz besonderes und wurden vermutlich seit dem 16. Jahrhundert mit einem Sauerteig zubereitet! Erzählungen zufolge wurden die Ur-Futjes mit selbstgemahlenen Grieß und dem feinen Mehl, dass nebenbei beim Mahlen anfiel, gebacken. 

Man munkelt, dass mit der Verbreitung  der Back-Hefe und des Backpulvers als Triebmittel zum Ende des 19. bzw. Anfang 20. Jahrhundert die Isenkoken, hauchdünne  und knusprige Neujahrskuchen, am Altjahrsabend, als Silvester-Leckerei in Nordfriesland verdrängt wurden. In dieser Zeit sind viele Futtjen Rezepte dann noch einmal grundlegend abgeändert und dann vererbt worden.

Ur-Rezepte sollen nicht mehr erhalten sein. Es gibt also kein Richtig und kein Falsch, wenn es um Futjes geht. Heute gibt es Rezepte mit Hefe, mit Backpulver, mit Grieß, mit Mehl, mit Quark, mit Buttermilch, mit oder ohne Rosinen. Auch, wenn nordfriesische Hausfrauen, teils scherzhaft, gern darüber streiten, wessen Rezept nun „richtiger“ ist.

Ich höre oft, dass Futjes, die mit Grieß und Hefe zubereitet werden, hart sein sollen. Das kann ich nicht bestätigen. Entweder war das Fett dann zu heiß oder das Gebäck wurde zu lange gebacken. Meine Futjes sind herrlich fluffig. Probier das Rezept mal aus!

Alles Liebe,
miho

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8 Comments

  1. Super leckeres Rezept. Habe es gestern schon gleich ausprobiert und sie sind einfach wunderbar geworden. Vielen dank das du das Rezept teilst. Liebe Grüße aus Niebüll <3

  2. In Österreich heißen sie gebackene Mäuse ;-)
    Meine Uroma hat die immer für unsere riesige Familie gemacht – und wir Kinder haben sie in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit aufgegessen ….
    Das war immer schön!
    Danke für die Erinnerung an dieses Rezept, ich werde diese Tradition wieder aufleben lassen.
    Liebe Grüße
    Kathi

  3. Sieht super lecker aus, werde ich die Tage definitiv mal nachkochen! Werde es aber mal mit Hafermilch testen :)

  4. Hallo Michaela,
    Na das liest sich ja lecker! Mal gucken wann ich es ausprobiere. Danke.
    Viele liebe Grüße
    Andrea

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