Berliner Rezept – Gefüllte Kuchen mit Pflaumenmus, die in Fett gebacken werden.

Hier kommt mein Berliner Rezept! Ich liebe Berliner mit Pflaumenmus-Füllung, aber leider bekomme ich sie hier beim Bäcker nur ganz selten – eigentlich fast nie! Ganz modern ist es wohl, dieses Gebäck mit außergewöhnlichen Cremes zu füllen. Raffaello-Berliner, Berliner mit Baileys-Füllung oder mit Eierlikör bekommt man fast in jeder Bäckerei. Aber ich will Pflaumenmus! Ich liebe diesen leicht herben, würzigen Geschmack.

Siedegebäck kennt Dänemark und Norddeutschland seit fast 500 Jahren, früher wurden sie in Schmalz oder einfach im Ofen gebacken. Die Erfindung der Füllung dürfen sich die Norddeutschen aber nicht auf die Fahne schreiben, wer genau als erster auf die Idee kam, sie zu füllen, ist nicht genau geklärt.


Berliner sind überall bekannt und Rezepte gibt es dafür wie Sand am Meer. Allerdings haben sie viele verschiedene Namen. In Berlin werden sie Pfannkuchen genannt, in vielen Regionen nennt man sie Krapfen oder Kreppel aber auch Berliner Ballen sind eine übliche Bezeichnung. Wie heißt dieses Gebäck bei euch?

Selbstverständlich kann man Berliner in einer Friteuse ausbacken. Bei 180 – 190 Grad von jeder Seite ca. 2 Minuten backen, dann noch einmal umdrehen, um die Oberseite noch etwas zu bräunen. Ich habe keine Friteuse, deswegen backe ich sie in einem großem Topf mit Öl auf dem Herd aus – die richtige Temperatur ist erreicht, wenn ihr ein Holzstäbchen in das Fett haltet und sich daran kleine Bläschen bilden. Gebt nicht zu viele Teigbällchen gleichzeitig ins Fett, weil es sonst zu sehr abkühlt, die Backzeit wird sich verlängert und die Kuhen werden dann sehr fettig.

Gefüllte Berliner

Du findest auf herzelieb noch mehr Kuchen Rezepte! Schau dir doch auch mal meine Ofenberliner, meine dänischen Aebleskiver oder meine krummen Jungs an!

Rezept für 9 – 10 Stück

Zutaten für die Berliner

  • 65 g Butter
  • 100 ml Buttermilch
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Vanillezucker
  • 4 g Trockenhefe
  • 250 g Mehl
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 2 Prisen Liebe
  • 1 Teelöffel Essig
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Teelöffel Kardamom
  • Etwas Mehl für die Arbeitsfläche
  • 1 Liter Öl zum Ausbacken
  • Pflaumenmus oder andere Marmelade

Zubereitung der Berliner, Krapfen, Kreppel oder Pfannkuchen

  1. Die Butter schmelzen und zum Abkühlen zur Seite stellen. Buttermilch, Zucker und Vanillezucker verrühren und handwarm erwärmen. 100 Gramm Mehl mit der Trockenhefe vermischen und unter das Milchgemisch rühren. Das restliche Mehl wird darüber gestreut und der Teig für 10 Minuten an einem warmen Ort zur Seite gestellt.
  2. Ei, Eigelb, Essig, Kardamom die Prise Salz und die abgekühlte Butter auf das Mehl geben und alles zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Den Teig mit einem feuchten Küchentuch abdecken und 2 Stunden gehen lassen. Dabei sollte sich das Volumen verdoppeln.
  3. Den Teig nach der Gehzeit in 9-10 Teigstücke teilen und kleine Kugeln formen. Ich wiege den Teig dafür ab. Ungefähr 45 Gramm hat jede Teigkugel bei mir. Die Teigbällchen für 30 Minuten auf einer warmen, mit Mehl bestäubten Arbeitsplatte ruhen lassen, dabei bildet sich auf der Oberfläche eine dünne Haut. Das ist wirklich der wichtigste Schritt in diesem Rezept für Berliner!
  4. Das Öl in der Zwischenzeit erhitzen und die Berliner mit der glatten Oberseite zuerst für 1-2 Minuten mit einem Schöpflöffel aus Metall in das Fett geben. Dann wenden und die andere Seite backen. Zum Schluss wird der Berliner noch einmal auf der Oberseite gebräunt.
  5. Die Gebäckstücke mit dem Schöpflöffel aus dem Fett nehmen, leicht abtropfen lassen und dann auf ein Stück Küchenpapier geben um sie noch weiter zu entfetten. Nach und nach werden die Berliner dann seitlich mit einem Spritzbeutel mit Berliner-Fülltülle oder einer Spritze mit Marmelade gefüllt. Seid dabei nicht zu großzügig, denn wenn zu viel Marmelade im Krapfen ist, tropft die Füllung beim Essen überall hin.

Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen und dann genießen! Egal, womit du sie gefüllt hast, halt auf jeden Fall die Hand unter!

Karneval ist hier bei uns im Norden ja nicht so ein Thema, trotzdem haben die Berliner in dieser Zeit hier bei uns Hochsaison. Kurz vor Silvester beginnt die heiße Phase mit dem Fettgebäck und sie endet meistens Ende Februar. Wer also auch ausserhalb der Krapfen-Saison Hunger auf dieses Gebäck haben sollte, der kann es ruhig mit diesem Rezept versuchen. Ich kaufe jedenfalls keine Berliner mehr, ich backe sie lieber selbst. Vielleicht hab ich dich ja auf dem Geschmack gebracht?!

Einen wundervollen Tag wünsch ich euch!
Alles Liebe
miho

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

22 Kommentare

  1. Hallo Miho,
    genau die wollen bei mir einfach nie gelingen :( Ich probiere es mal mit deinen Rezept, nehme aber Schokopudding für die Fülle!
    Ich mache gerne die Bauern- und Rosenkrapfen (gerade online gestellt).
    Liebe Grüße Tanja

  2. Die sehen ja super lecker aus, ich werde sie schnell ausprobieren. Danke für die schönen Rezepte.

  3. Vielen Dank für das Rezept, ich werde es testen. Buttermilch im Berliner Rezept klingt spannend. Leider sind in Hamburg Berliner mit Pflaumenmusfüllung und (wichtig) Guss auch nur selten zu finden.
    Happy Sonntag und Gruß zu Küste, Christiane

    • Hallo Christiane,
      da bin ich jetzt aber beruhigt, dass das nicht nur hier in Nordfriesland so ist.
      Zuckerguß schreib ich mir dann mal hinter die Löffel, falls du mal zu Besuch kommst ;)
      Alles Liebe
      miho

  4. Liebste Miho,
    Deine Berliner sehen ja köstlich aus. Ich liebe Pflaumenmus, auch im Berliner. Wir nennen sie auch gerne Berliner, doch während des Studiums wurde ich von einer Berliner Freundin so oft zusammengestaucht, dass ich lange Pfannkuchen gesagt habe… jetzt nenn ich sie mal so und mal so. :)
    Ein Karnevalsfan bin ich dennoch nicht, Berliner nehme ich trotzdem. :D
    Liebe Grüße
    Sarah

  5. Hallo Miho,
    ich habe vor ein paar Tagen welche gebacken, aber die waren innen noch roh, vielleicht sollte ich Dein Rezept probieren!! Ich komme ja aus Berlin, da heißen sie bekanntlichermaßen Pfannkuchen, und als ich dann hier in die Gegend gezogen bin und mich jemand fragte, ob ich einen Kreppel will, da hab ich erst einmal geschaut! Ja, sie heißen hier Kreppel.
    LG
    Katja

  6. Oh die sehen klasse aus..
    Leider hat mich Siedegebäck nie so gerne und wird nie so schön..
    Mit Plaumenmus hatte ich noch nie. Das wäre wiedermal einen versuch Wert…
    Liebe Grüsse…

  7. Moin Moin
    ich bin auch Karnevalsmuffel, aber Berliner ess ich trotzdem. Mit Pflaumenmarmelade (selbstgemacht) und GUSS. Allerdings spare ich mir bei der Herstellung das– Bällchenformen–
    geht genausogut wenn man den Teig nur ausrollt, nicht zu dünn, austechen und auf Mehl liegend aufgehen lassen. Bekommen auch einen schönen hellen Mittelrand. So werden sie in Bäckereien gemacht.
    Dein Rezept werde ich bald testen. Hört sich gut an mit Buttermilch
    Alles Gute

  8. Ein Rezept mit Buttermilch? Das klingt phänomenal und ist gerade in mein Archiv gewandert! Bilder folgen wenn ich die nachgemacht habe.

  9. Hier in Oberfranken nennt man sie Krapfen und werden traditionell mit Hiffenmark (HagebuttenMarmelade ) gefüllt. LG und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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