Sauerfleisch – Das ideale Sommer-Gericht aus dem Norden! (Hausmannskost)

Sauerfleisch ist ein typisches, norddeutsches Sommeressen. Es wird kalt gegessen, deswegen ist es auch heißen Tagen ein ideales Mittagessen. Dazu gibt es Bratkartoffeln, ein bisschen Salat und auf jeden Fall Remoulade. Ich bin ein echter Fan und esse es zu jeder Jahreszeit gerne! So ist das mit Kindheitserinnerungen.

Suerfleesch vun’n Swienenacken kann man in fast jedem Landgasthof in Nordfriesland bestellen, aber ein Nordfriese kommt selten auf die Idee dieses Gericht zu bestellen. Am besten schmeckt es nämlich Zuhause. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass jede Familie ihr eigenes Rezept hat und liebt. Heute gibt es das Familienrezept der herzeliebs:

Sauerfleisch

Du findest noch mehr Rezepte aus der Küstenküche auf herzelieb. Schau dir doch auch mal meinen Matjes nach Hausfrauenart, das Schnüsch oder mein Labskaus an!

Zutaten für das Sauerfleisch

  • 1,5  Kilo Schweinenacken (ausgelöst)
  • 2 – 3  Zwiebeln
  •  500 – 700 ml Weißweinessig (5%)
  • 1000 ml Wasser
  • 1 Teelöffel Pfefferkörner
  • 10 Pimentkörner
  • 2 Prisen Liebe
  • 3 Nelken
  • Eine Wacholderbeeren
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Esslöffel Salz
  • 16 Blätter Gelatine

Zubereitung des Sauerfleischs

  1. Zunächst den Nacken in gröbere Stücke schneiden und in eine großen Topf legen.
  2. Die Zwiebeln schälen, vierteln und zum Fleisch in den Topf geben.
  3. Mit Essig und Wasser auffüllen und die Gewürze, den Zucker und das Salz hinzufügen. Abschmecken und eventuell noch Zucker oder Salz hinzufügen.
  4. Den Topfinhalt einmal aufkochen und dann bei mittlerer Hitze ungefähr zwei Stunden kochen.
  5. Jetzt das Fleisch aus dem Topf nehmen und die Brühe einmal durch ein Sieb gießen. Die Zwiebeln herausnehmen.
  6. Abwechselnd Fleisch und Zwiebeln in eine Schüssel schichten. 
  7. Die Gelatine nach Packungsanweisung auflösen und in einem Liter Kochsud auflösen. Anschließend die Flüssigkeit über das Fleisch und die Zwiebeln gießen.
  8. Das Sauerfleisch abkühlen lassen und anschließend in den Kühlschrank stellen.

Zwei bis drei Tage sollte das Sauerfleisch ziehen, bevor es serviert wird. Mit Bratkartoffeln, ein bis zwei sauren Gurken und Remoulade anrichten. Guten Appetit!

Tipps für das Sauerfleisch

  • Dieses Gericht ist sauer! Das muss so! Wenn es dir ZU sauer ist, dann reduziere die Essigmenge!
  • Gut abgedeckt und mit Gelee bedeckt hält das Sauerfleisch im Kühlschrank mindestens 2 Wochen.
  • Du möchtest Sauerfleisch ohne Gelatine? Dann koche 2 Schweinepfoten oder -schwänze mit.
  • Das Fleisch darf auf keinen Fall zu mager sein, dann wird das Suerfleesch schnell trocken. 
  • Essig und Wasser werden eigentlich im Verhältnis 1:1 gemischt. Uns ist das zu sauer. Mach es nach deinem eigenen Geschmack! Wir lieben die Mischung 2:1, andere auch 3:1.
  • Der Name „Holsteiner Sauerfleisch“ beschreibt die Zubereitungsweise, nicht den Standort. 
  • Sauerfleisch einfrieren funktioniert leider nicht, du kannst es aber einkochen.

 
Was ist der Unterschied zwischen Sauerfleisch und Sülze?

Sauerfleisch ist richtig sauer! Der Sud wird traditionell zu gleichen Teilen Essig und Wasser gemacht. Die Stücke sind groß und Gemüse (meist nur Zwiebeln) wird sparsam verwendet. In der Regel wird Schweinefleisch verwendet.

Sülze kann auch mit Essig zubereitet werden, aber im Vergleich zum Suerfleesch ist die Säure eher homöopathisch dosiert. Ok, manchmal auch ein bisschen kräftiger, aber ich habe noch nie gehört, dass Essig und Wasser 1:1 verwendet werden. Die Stücke sind klein, oft ist Gemüse (Karotten, Gurken etc.) enthalten. Es gibt auch reine Gemüse-Sülzen. 

Ich wünsch dir ganz viel Spaß beim Zubereiten und Genießen. Wenn du es ganz stilecht machen willst, dann trink´ ein Bier dazu!

Alles Liebe,
miho

 

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

2 Kommentare

  1. Hallo miho, da schaue ich mal ganz kurz hier rein, um nach dem Schnüsch zu schauen, und das Sauerfleisch steht drin – DANKE!!!!!!
    Am Wochenende werde ich es zubereiten. Die Menge ist zwar ein wenig groß, aber meine Heidelberger Kollegen dürfen vielleicht mal so’n büschen probieren :-)
    Aber brauche ich tatsächlich 16 Blatt Gelatine für einen Liter Flüssigkeit? Das erscheint mir gerade ein wenig viel, nachdem ich in der letzten Woche 3 x (!) die „errötende Jungfrau“ mit Gelatine zubereitet hatte.
    Herzliche Grüße Martina

    • Hallo Martina,

      Ich mache es so, du kannst es auch mit weniger probieren! Du hast letzte Woche 3 Mal die errötende Jungfrau gemacht – holla, wir haben nur zweimal geschafft!

      Ich wünsch dir ganz viel Spaß beim Nachmachen und alles Liebe !
      miho

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