Schnüsch – Rezept für den nordischen Eintopf (Snysk)

Eines vorweg – das Schnüsch oder Schnüüsch Rezept darf ganz genau genommen nur mir frischem Gemüse zubereitet werden! Früher ging man durch den Garten und pflückte das, was gerade reif war für diesen Eintopf. Deswegen wird dieses Gericht auch oft „Quer durch den Garten genannt.  Schnüsch oder Snysk, wie man den Eintopf in Dänemark nennt, ist fast nur im im äußersten Norden Schleswig-Holsteins bekannt.

Dieser Eintopf ist eines der Rezepte, bei dem sich die Dänen und die Deutschen regelmäßig „in die Plünn darüber kriegen“, wer ihn denn nun eigentlich erfunden hat. Da die Region, in der ich lebe, noch keine 100 Jahre zu Deutschland gehört, vermute ich, dass es einfach typisch für die Region ist und keinem Volk wirklich zuzurechnen ist. Ganz nebenbei beanspruchen die Flensburger und Angeliter es als ihr Nationalgericht – aber ich muss alle aus der Region enttäuschen – in Nordfriesland wird Schnüüsch sehr viel und oft gegessen. Die Hauptsache ist doch sowieso, dass es schmeckt. Schnüsch ist im Sommer immer eine gute Idee!

Schnüsch – Rezept für einen Sommereintopf

Du findest auf herzelieb noch mehr Rezepte aus der Küstenküche! Schau dir doch auch mal die errötende Jungfrau, den Matjes nach Hausfrauen-Art oder „Sylter Salatsauce“ an!

Zutaten für das Schnüsch

  • 200 g ganz kleine Kartoffeln 
  • 150 g Möhren 
  • 1 Kohlrabi 
  • 1 Prise Liebe
  • 150 g frische grüne Bohnen 
  • 200 g frische dicke Bohnen 
  • 200 g frische Erbsen 
  • 400 ml Milch 
  • 100 ml Sahne
  • 50 g Butter 
  • 25 g Mehl 
  • Salz, weißer Peffer
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Bund Petersilie 
  • 250 g Holsteiner Katenschinken 

Schnüsch – die Zubereitung

  1. Zunächst die Kartoffeln waschen und dann als Pellkartoffeln kochen. Sobald sie gar sind, abgießen und den Deckel aufsetzen, damit sie warm bleiben.
  2. Danach die Möhren und den Kohlrabi schälen und abwaschen. Beide Zutaten in kleine Stücke schneiden.
  3. Jetzt die Bohnen putzen und dritteln.
  4. Dicke Bohnen und die Erbsen auspulen und kurz abwaschen. 
  5. Das Gemüse in etwas gesalzenem Wasser ungefähr 20 Minuten kochen. 
  6. Während das Gemüse kocht, die Pellkartoffeln schälen und in Scheiben schneiden.
  7. In einem Topf die Butter auslassen, das Mehl einrühren und dann portionsweise  mit der Milch und der Sahne aufgießen. Nach jeder Portion den Topfinhalt unter ständigem Rühren aufkochen lassen!
  8. Das Gemüse abgießen und die Flüssigkeit auffangen. Jetzt langsam etwas von der Gemüsebrühe in den Topf mit der Mehlschwitze gießen, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat. 
  9. Nur noch die Kartoffeln (zuerst) und das Gemüse in die Suppe geben und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. 

Die Petersilie fein hacken und über das Schnüsch streuen. Den Schinken in Würfel oder Stücke schneiden und in einer separaten Schüssel dazu servieren. Guten Appetit!

Tipps für das Schnüsch

  • Ich schmecke das Schnüsch auch gern mit einer Prise Muskatnuss ab.
  • Die Gemüsemengen kann man ganz nach eigenem Geschmack variieren.
  • Je nach Saison sind auch ganz andere Gemüsesorten im Schnüsch.
  • Jede Hausfrau in der Region hat ihr eigenes Rezept, es gibt also kein Original Schnüsch Rezept.
  • Dicke Bohnen werden auch Ackerbohnen oder Saubohnen genannt!
  • Einige Hausfrauen verwenden auch Salzkartoffeln. Wir mögen das nicht!
  • Wenn du keine kleinen Kartoffeln bekommst, dann tun es auch die großen!

Nicht alles so genau nehmen, das ist typisch für Nordfriesland und Dänemark und das macht glücklich! Nicht umsonst sind die Schleswig-Holsteiner die glücklichsten Deutschen und die Dänen gehören seit ewigen Zeiten zu den glücklichsten Nationen der Welt.  Mach´ keinen Staatsakt draus, wenn du keine dicken Bohnen bekommst und nimm das, was der Markt hergibt. Im Grunde kann man bei Schnüsch oder Snysk wirklich gar nichts verkehrt machen.

Lass es dir einfach schmecken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es diesen Eintopf auch bei dir in Zukunft öfter geben wird, wenn du ihn erst einmal probiert hast. Schnüsch ist einfach genial!

Alles Liebe,
miho

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Veröffentlicht von Michaela Hoechst-Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

4 Kommentare

  1. Oh ich liebe Snüsch…. ich glaube das Essen gibt es in Wirklichkeit in diversen Regionen. Schön dass man hier wieder an Rezepte erinnert werden die früher gang und gäbe waren. Und wer einen Garten hat freut sich bestimmt auch sehr – ich sage nur Kohlrabi-Überschuss dieses Jahr 🤣
    Liebe Grüße
    Kathi

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