Borschtsch Rezept – Rote Bete Suppe, die russsische Hausmannskost

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Rote Bete Suppe nach Borschtsch-Art – mein Rezept für den farbenfrohen Klecks im Winter. Ich könnte mich in diese Suppe reinlegen, dabei mochte ich als Kind überhaupt keine Rote Bete! Da hat sich aber schlagartig geändert als ich erkannte, dass dieses Gemüse nicht ausschließlich sauer eingelegt werden muss. Mit Rote Bete lassen sich viele tolle Gerichte zaubern, die mit dem sauer eingelegtem Gemüse aus meiner Kindheit nichts mehr zu tun haben.


Es gibt sicher unzählige Rezepte für Borschtsch oder Rote Bete Suppe, aber in allen findet man die Zutaten Rote Bete, Weißkohl und Möhren. Ganz häufig wird noch Sahne in die Suppe gegeben, um sie abzurunden und ein wenig gehaltvoller zu machen. Fett sorgt auch für die bessere Verwertung der fettlöslichen Vitamine. Ich esse den Borschtsch einfach pur – aber wer mag, gibt einfach etwas saure Sahne oder Schmand dazu. Nach dem Rezept verrate ich dir noch, warum Borschtsch ursprünglich grün war, was Bärenklau damit zu tun hat und wie man rote Bete fermentiert.

Borschtsch Rezept – Rote Bete Eintopf

Du findest auf herzelieb noch mehr Hausmannskost Rezepte! Schau dir doch auch mal meine Erbsensuppe, die Linsensuppe oder die Grünkohlsuppe an!

Zutaten für den Borschtsch

  • 500 g mageres Rindfleisch
  • 1 Teelöffel Piment
  • 1/2 Teelöffel Pfefferkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • einige Wacholderbeeren
  • Salz oder Gemüsebrühe
  • 1 Prise Liebe
  • 2 Liter Wasser
  • 500 – 600 g Rote Bete
  • 2 Möhren
  • 2 rote Zwiebeln
  • 1 kleiner Kopf Weißkohl
  • 1 Esslöffel Butter
  • 1-2 Eßlöffel Essig
  • 1 Teelöffel Zucker
  • Pfeffer, Salz
  • 200 g Schmand
  • etwas Mineralwasser
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1/2 Bund Dill
  • Dill und Petersilie für die Dekoration

Zubereitung Borschtsch

  1. Zunächst das Fleisch trocken tupfen und mit ca. 2 Liter Wasser und mit dem Salz bzw. der Gemüsebrühe, Piment, Pfefferkörner, Lorbeerblatt und dem Wacholder in einem Topf zum Kochen bringen. Schaum abschöpfen und bei geringer Hitze ungefähr 1,5 Stunden köcheln lassen.
  2. Dann die Rote Bete, Möhren schälen und in Würfel schneiden.  Die Zwiebel abziehen und fein würfeln. Danach den Weißkohl putzen, vierteln und in feine Streifen schneiden.
  3. Jetzt die Butter erhitzen und dann zuerst die Möhren darin unter ständigem Rühren andünsten. Nach und nach die Zwiebelwürfel, die Rote Bete und den Kohl in den Topf geben und kurz mitdünsten. Etwa 250 ml der Fleischbrühe dazu gießen, alles zusammen aufkochen und 15 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Dann die restliche Brühe hinzufügen, mit Zucker und Essig abschmecken und in ungefähr 30 Minuten gar kochen.
  4. Zum Schluss mit Pfeffer und Salz würzen und das Fleisch in kleine Stücke schneiden. Dill und Petersilie fein hacken und zum Borschtsch geben. In kleinen Schüsseln anrichten, mit Dill, Petersilie oder Rote Bete Blättchen dekorieren und servieren. Den Schmand mit etwas Mineralwasser glatt rühren und dazu reichen, damit sich jeder selbst etwas davon in seinen Borschtsch rühren kann.


Wenn es mal schnell gehen soll, dann verwende ich Gulaschfleisch für den Borschtsch. Die Garzeit für das Fleisch verringert sich bei diesem klein geschnittenen Fleisch um ca. 30-45 Minuten. Du solltest zwischendurch einfach probieren, um festzustellen, wann es gar ist.
Borschtsch kochen und genießen kann doch wirklich einfach sein!

Ich persönlich koche meinen Borschtsch am liebsten in etwa 12 Stunden auf Stufe „Low“ im Slow Cooker(Werbung). Das Ergebnis ist ein Traum und das Fleisch dann schön zart, ohne zu zerfallen.

Woher kommt Der Borschtsch?

Borschtsch ist in vielen Ländern in Osteuropa bekannt. Dennoch wird er regional immer wieder anders zubereitet. Heute versteht man darunter einen leicht sauer schmeckenden, leuchtend roten Eintopf, der schnell zubereitet ist. Aber das war nicht immer so, denn der Eintopf wurde vermutlich erst ab dem 16. Jahrhundert rot und besteht seitdem hauptsächlich aus roter Bete.

Warum Borschtsch eigentlich grün ist

Im slawischen wird die Suppe heute noch Boršč oder Barszcz genannt, aber tatsächlich war Borschtsch früher grün! Barszcz ist das slawische Wort für Bärenklau und aus dessen jungen Blättern bestand Borschtsch früher. Sie wurden fermentiert, in dem man sie mit Wasser übergoß und stehen ließ. Dabei setzte eine Milchsäuregärung ein, wie wir sie vom Sauerkraut kennen.

Aber ACHTUNG es ist nicht der Riesen-Bärenklau oder Wiesen-Bärenklau (Heracleum) gemeint, der hochgiftig ist und bei Mensch und Tier schwere Haut- und Atemwegsreaktionen auslösen kann, wenn man sich ihm nur nähert! Echter oder wahrer Bärenklau (Acanthus mollis), der auch die „Pflanze der Architekten“ genannt wird, sieht vollkommen anders aus und er gehörte außerdem im Altertum zu den offizinallen Heilpflanzen, d.h. jede Apotheke musste sie vorrätig halten. Acanthus, der auch die Namen „weiche Bärentatze“, „weicher Bärenklau“ oder „Bärentappe“ trägt, wurde bei Hauterkrankungen, Wunden, stumpfen Verletzungen, und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Schade, dass die Pflanze in Vergessenheit geraten ist.

Wie der Borschtsch rot wurde

Im 15./16. Jahrhundert fand die Rote Bete wahrscheinlich den Weg aus Italien über Deutschland nach Osteuropa . Sie hatte den Vorteil, dass sie, im Gegensatz  zum Bärenklau, gut angebaut und über den Winter in Erdmieten gelagert werden konnte. Acanthus wurde wild im Sommer gesammelt und war nicht lagerfähig.

Auch die rote Bete für den Borschtsch wurde noch jahrhundertelang fermentiert. Als Essig für das allgemeine Volk leicht verfügbar wurde, gab es immer mehr „schnelle Rezepte“, bei denen Essig zugesetzt wird.In Polen wird in vielen Regionen noch heute vergorene Rote Bete für den Borschtsch verwendet.

Rote Bete für Borschtsch fermentieren – ein kurzes Rezept

Zunächst 500 Gramm rote Bete waschen und mit der Schale in kleine Würfel schneiden. Sieben bis zehn Gramm Salz vermischen und in eine Glas schichten. Zwischendurch immer wieder festdrücken und den Glasinhalt etwas verdichten. Dann das Glas mit lauwarmen Wasser auffüllen bis die rote Bete vollständig bedeckt ist.

Das gefüllte Glas nicht verschließen! Auf das Gemüse Murmeln oder spezielle Gewichte für das Fermentieren legen, damit die rote Bete unter der Wasseroberfläche bleibt. Für zwei Tage an einen warmen Ort stellen, danach das Glas verschließen und auf einem tiefem Teller in den Kühlschrank stellen. Nach ungefähr einer Woche kannst du das erste Mal probieren, der Reifungsprozess kann aber mehrere Wochen oder Monate andauern. Sollte sich Schimmel bilden, muss das Ferment entsorgt werden.

Vielleicht findest du mit diesem Rezept ja deine Lieblingssuppe?! Borschtsch kannst du nach deinen Wünschen zubereiten und vielleicht versuchst du ja selbst einmal rote Bete zu fermentieren.

Guten Appetit und alles Liebe,
miho

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8 Comments

  1. So ne tolle Farbe! Ich liebe rote Beete, habe aber noch nie Borschtsch gekocht. Muss ich jetzt ändern. Danke fürs Mitmachen beim Event!

    • Liebe Zorra,
      danke für das Kompliment! Ich hab gern an deinem Event teilgenommen – ich danke dir sehr für Organisation.
      In einem guten Borschtsch muss übrigens so viel Gemüse sein, dass der Kochlöffel darin stehen kann, hab ich mir sagen lassen ;)
      Alles Liebe
      miho

  2. Sollte ich wirklich auch mal probieren – ich liebe Rote Bete und habe sie schon in vielen Varianten verarbeitet – Borschtsch habe ich noch nie gemacht – ist notiert <3
    Liebe Grüße
    Mona

  3. Liebe Miho,
    die gab es heute bei uns – soooo lecker!
    Danke für das tolle Rezept!
    Liebe Grüße, Sonja

  4. Melanie Hinrichs

    Hallo liebe Michaela, ich komme von der anderen Seite, von der Ostsee und bin durch Zufall beim Googlen auf deine Seite gestoßen. Meine Oma hat ihre Rezepte nicht aufgeschrieben und deine Seite ist für mich eine Reise in die Kindheit.
    Ich habe schon die Fliederbeersuppe, den Grünkohl und die Erbsensuppe nachgekocht.
    Bisher hab ich das immer aus meiner Erinnerung heraus gemacht und nun habe ich die perfekten Rezepte.
    Ich finde deine Beiträge ganz toll und werde noch vieles ausprobieren.
    Ganz lieben Dank an dich für die ganze Mühe und dass du alles mit uns teilst.
    LG Melanie

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