Klütjes oder Punker – Rezept für Kekse mit Tradition aus Nordfriesland

Klütjes oder Punker sind traditionelle Kekse aus Nordfriesland, die ganz einfach zuzubereiten sind. Früher war es Brauch, dass in der Adventszeit Hunderte, wenn nicht sogar Tausende davon gebacken wurden. Diese Kekse sind gerade einmal so groß wie ein 5 Cent Stück, trocken und sie schmecken wie kleine, harte Lebkuchen. Und genau deswegen sind sie auch sehr lange haltbar.

Ich kenne viele Familien, in denen – wie bei uns daheim – die Punker in der Weihnachtszeit als Spielgeld benutzt werden. Und traditionell wurden sie am Silvesterabend den Rummelpott-Läufern, die von Haus zu Haus laufen und singen, in die Taschen gekippt. Traditionell gibt es sie zu Teepunsch, zu Grog, Tee, zum Kaffee oder zur Milch – ich stippe die Klütjes einfach hinein.

Klütjes oder Punker – Rezept für traditionelle Kekse

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Zutaten für die Klütjes oder Punker

  • 125 g Butter
  • 125 g Zucker
  • 250 g dunkler Kuchensirup
  • 500 g Roggenmehl (oder Weizenmehl)
  • 1 Prise Salz
  • 2 Prisen Liebe
  • 1 Teelöffel Kardamom
  • 1  Teelöffel Zimt
  • ¼ Teelöffel Piment
  • 1/4 Teelöffel Koriander
  • ¼ Teelöffel Ingwer
  • ¼ Teelöffel Nelken
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 15 g Anis (ganz)
  • 15 g Anis (gemahlen)
  • 1/8 Liter Milch
  • 1 Messerspitze Pottasche
  • ½ Teel. Hirschhornsalz

Klütjes oder Punker – die Zubereitung

  1. Zunächst die Butter mit dem Zucker in einer Schüssel verrühren und anschließend den Kuchensirup unterrühren.
  2. Anschließend das Weizenmehl mit dem Salz und den Gewürzen mischen und auf die anderen Zutaten schütten. Eine tiefe Kuhle in die Mitte drücken.
  3. Die Milch in die Mehlkuhle gießen und die Potasche und das Hirschhornsalz darin auflösen.
  4. Jetzt alle Zutaten gut miteinander verkneten und fingerdicke rollen aus dem Teig formen. Jede Teigrolle in Frischhaltefolie einwickeln und für ein bis zwei Tage in den Kühlschrank legen.
  5. Nun den Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen und zwei bis drei Backbleche mit Backpapier belegen.
  6. Nach der Kühlzeit Rollen aus dem Kühlschrank nehmen und in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Punker bzw. Klütjes auf den Backblechen verteilen und in ungefähr 13 Minuten fertig backen.

Diese Kekse sind fertig, wenn sie dunkelbraun, aber nicht verbrannt sind. Zum Abkühlen lege ich sie auf ein Auskühlgitter mit engen Maschen.

Tipps für die Klütjes oder Punker

  • Ich löse Hirschhornsalz und Pottasche immer in etwas Flüssigkeit auf, damit es sich besser im Teig verteilt.
  • Hirschhornsalz und Pottasche kannst du nicht durch Backpulver oder Natron ersetzen. Die Klütjes werden dann zu weich und mürbe.
  • Haltbar sind die Punker etwa ein 3 Monate, wenn sie absolut trocken gelagert werden.
  • Ich lagere sie in Dosen, auf deren Boden ich trockenen Milchreis streue.
  • Für diese Plätzchen verwende ich ausschließlich Ceylon Zimt.
  • Verändere die Zusammensetzung der Gewürzmischung nach deinem Geschmack. Du kannst aber auch ein fertiges Päckchen Lebkuchengewürz zum Teig geben.

Warum es für diese Kekse zwei Namen gibt? In Nordfriesland gibt es Deutsche, Dänen und die Friesen. Vermutlich stammt der eine Name aus dem Plattdeutschen oder dem Sønderjysk (südjütländisch) und der andere aus dem Friesischen.

Jetzt aber ran an die Rührschüssel und Punker oder Klütjes backen. Es ist kein großer Aufwand und du hast sehr lange etwas davon!

Alles Liebe und guten Appetit,
miho

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Veröffentlicht von Michaela Lühr

Seit Februar 2013 schreibe ich meinen Foodblog herzelieb. Herzhafte Gerichte und süße Leckereien sind hier zu finden. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. Foodblogger | Foodblog | Imkerin | Heilpraktikerin | Ernährungsberaterin

10 Kommentare

  1. Liebe Michaela,
    Das Rezept hört sich super an!
    Genau das richtige für den Adventskalender meiner Kids. Dort sollen dieses Jahr neben ein paar Kleinigkeiten eher schöne gemeinsame Aktionen drin stecken. Unter anderem eben auch ein schöner Kekse-back-Tag. Und mit 3 Kindern unter 5 Jahren sind Rezepte wie dieses (und deine Schokoseufzer!!) glaube ich sehr gut umzusetzen. Ohne einen RIESEN Aufwand, alle können gut mithelfen und das Ergebnis ist sicher super lecker!
    Kannst du mir noch sagen, was genau du mit dunklem Kuchensirup meinst? Ist das Zuckerrübensirup?
    Vielen Dank für das schöne Rezept
    Herzlichst
    Marijke

    • Liebe Marijke,

      ich finde es toll, was du mit den Kinder vorhast! Unter dunklem Sirup versteht man hier den dunklen Zuckerrübensirup.

      Viel Spaß und alles Liebe,
      miho

  2. Vielen Dank für deine Antwort!
    Ich freue mich schon auf den Backtag!
    Und übrigens auch auf den Kaffeelikör!! Den hab ich vorhin angesetzt und bin schon SEHR gespannt!!
    Herzlichst
    Marijke

  3. Hallo Michaela, ich würde gerne ddie Klütjes backen. Nun habe ich noch eine Frage. Wie wird der ganze Anis verarbeitet? Werden die 15 g Anis (ganz) gemörsert? Liebe Grüße von Ingrid

  4. Hallo, ein sehr schönes Rezept. Bei und Zuhause wurde der Teig nur aus Roggenmehl, Zucker, Sahne und Anis gemacht…. War auch das beliebteste knabberzeug zu Weihnachten….:-). Gruß und schöne Weihnachten…

  5. Liebe Michaela,

    als Ostfriesin kannte ich bisher nur unsere „Pepernöten“.
    Nun habe ich vorgestern deine „Klütjes“ entdeckt, den Teig am gleichen Tag angesetzt und heute abgebacken! Mmmh, allein der Duft, der aus dem Ofen strömte… herrlich! Den hätte ich gern als weihnachtlichen Raumduft! ;-) Und wie lecker die erst sind…
    In meinem Ofen mussten sie allerdings 25 Minuten „schmoren“ und sind nicht ganz hart geworden! Aber das macht gar nix – die werden eh nicht alt und demnächst garantiert nochmals gebacken!
    Lieben Dank für das tolle Rezept!
    Eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht dir
    Birgit

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